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XRP Ripple erhält vorläufige MiCA-Lizenz in Luxemburg

Ripple sichert sich in Luxemburg eine vorläufige MiCA-Lizenz. Plus: Warum Deutschland bei den Lizenzen führt und warum Tether geht, während Circle und Ripple vorangehen.
Geschrieben von
Stefan Lanser
Veröffentlicht
Juni 23, 2026

Während viele noch über den MiCA-Stichtag am 1. Juli reden, sichert sich das Krypto-Urgestein Ripple die vorläufige Krypto-Regulierungs-Lizenz. Final ist es noch nicht, aber der Weg zu einem EU-weiten Marktzugang ist frei.

Was passiert ist

Am 23. Juni 2026 hat Ripple bekannt gegeben, von der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF eine vorläufige Freigabe für eine CASP-Lizenz erhalten zu haben.

CASP steht für Crypto Asset Service Provider, also die Erlaubnis, die unter der Krypto-Regulierung MiCA jeder Krypto-Dienstleister in der EU braucht.

MiCA steht für “Markets in Crypto-Assets Regulation” (EU-Verordnung 2023/1114), auf Deutsch etwa Verordnung über Märkte für Kryptowerte.

💡 Ganz einfach gesagt: Sie legt fest, wer in der EU überhaupt Krypto-Dienste anbieten darf und welche Regeln für Börsen, Verwahrer und Stablecoin-Anbieter gelten. Dein privater Besitz von Coins ist davon nicht betroffen.

Final ist die Lizenzvergabe an XRP-Emittenten Ripple noch nicht. Die finale Zusage hängt an weiteren Auflagen. Erst nach der vollen Genehmigung ist Ripple offiziell MiCA-konform.

Ripple hält weltweit über 75 Lizenzen und gehört damit zu den am stärksten regulierten Firmen der Branche.

Gute Nachrichten aus Deutschland

Spannend ist, wo in Europa diese Lizenzen eigentlich vergeben werden. Und da steht Deutschland ganz weit vorne.

Quelle: MiCA-Trackerhttps://micatracker.digital-euro-association.de/

Mit über 50 zugelassenen Anbietern führt Deutschland die EU klar an, deutlich vor den Niederlanden mit 26 vergebenen MiCA-Lizenzen an die Kryptobranche. Gefolgt von Frankreich, Malta und Irland mit jeweils etwa einem Dutzend. Insgesamt listet das offizielle EU-Register inzwischen mehr als 210 Anbieter. Die deutsche Aufsicht BaFin gilt als besonders gründlich und langsam, ein vollständiger Antrag umfasst gern über 200 Seiten und zieht sich ein bis zwei Jahre hin.

Auf der deutschen Liste stehen zum Großteil viele Schwergewichte aus dem klassischen Bankenlager, etwa Commerzbank, Trade Republic, N26 und die Baader Bank.

Luxemburg, wo Ripple jetzt landet, spielt eine andere Rolle: wenige, aber gewichtige Adressen. Hier sitzen schon Coinbase und Bitstamp mit ihren EU-Lizenzen. Mit Ripple klopft nun der nächste große Name an.

Was Ripple damit darf

Eine MiCA-Lizenz aus einem EU-Land gilt über das sogenannte Passporting in der ganzen Union. Ripple könnte seine Dienste also künftig in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten. Zusammen mit einer Lizenz für elektronisches Geld, die Ripple in der EU bereits hält, ergibt das ein komplettes Paket: Banken, Fintechs und Unternehmen könnten über eine einzige Anbindung Geld einsammeln, tauschen und auszahlen, auch mit Stablecoins. Ripples Zahlungssparte hat nach eigenen Angaben bereits über 100 Milliarden Dollar bewegt.

Was das für dich bedeutet

Für alle, die XRP oder Stablecoins nutzen, ist das ein Signal. Ripple bringt seinen eigenen Stablecoin RLUSD nach Europa und baut hier die regulierte Infrastruktur dafür auf.

Richtig interessant wird es im Vergleich. Marktführer Tether, der mit USDT den größten Stablecoin der Welt herausgibt, hat sich bewusst gegen MiCA entschieden und wird von den großen EU-Börsen verschwunden.

Der Grund: Tether müsste einen großen Teil seiner Reserven bei europäischen Banken parken, und Europa macht ohnehin nur einen kleinen Teil seines Geschäfts aus. Andere gehen den umgekehrten Weg. Circle hat seinen USDC als ersten großen Stablecoin MiCA-konform gemacht, und jetzt zieht Ripple nach.


Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Ein Investment in den XRP-Coin stellt kein Investment in die anbietende Firma Ripple dar.

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