Schon der Name stiftet Verwirrung. Wallet, also Geldbörse, da denkt man an Scheine und Münzen, die irgendwo drinstecken. So läuft es aber nicht. In deine Wallet wandert kein einziger Coin.
Dein Guthaben steht als Eintrag in der Blockchain. Die Wallet verwaltet dazu zwei Schlüssel. Der öffentliche ist so etwas wie deine Kontonummer: den darfst du weitergeben, damit dir jemand etwas schicken kann. Der private dagegen ist heilig, denn mit ihm werden Überweisungen signiert. Wer ihn hat, hat das Geld. Daher der Spruch, den in der Szene jeder kennt: „Not your keys, not your coins.”
Zwei Sorten solltest du auseinanderhalten. Die Hot Wallet hängt am Internet, eine App auf dem Handy etwa oder das Guthaben, das einfach auf der Börse liegt. Praktisch für den Alltag, aber genau das, worauf es Angreifer abgesehen haben. Die Cold Wallet bleibt offline, meist ein kleines Hardware-Gerät von Ledger oder Trezor. Für alles, was du nicht täglich brauchst, ist das die sicherere Wahl.
Ein Denkfehler, der Einsteiger viel Geld kosten kann: zu glauben, das Guthaben auf der Börse sei schon die eigene Wallet. Ist es nicht. Solange die Coins dort liegen, hält die Börse die Schlüssel. Erst wenn du auf eine Wallet auszahlst, deren privaten Schlüssel nur du kennst, hast du die Kontrolle wirklich in der Hand. Diesen Schritt nennt man Selbstverwahrung.
Bleibt der wichtigste Punkt überhaupt, das Backup. Deine Wallet zu sichern heißt, die Seed Phrase zu sichern, diese Reihe aus zwölf oder vierundzwanzig Wörtern. Verlierst du sie, ist das Guthaben weg, endgültig. Findet sie jemand anderes, räumt er dein Konto leer. So simpel und so unerbittlich ist das.
Für wen relevant: Für alle, die nach dem ersten Kauf einen Schritt weitergehen und ihre Coins selbst in die Hand nehmen wollen.
