Teil unseres Krypto-Kalenders über die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Kryptowährungen.
Es dauerte über zehn Jahre. Nach mehr als zwanzig Ablehnungen war es ausgerechnet Gary Gensler, der bekannteste Krypto-Skeptiker der Wall Street, der mit seiner Stimme den Weg frei machte.
Am 10. Januar 2024 genehmigte die US-Börsenaufsicht SEC gleichzeitig elf Bitcoin-Spot-ETFs, darunter Produkte von BlackRock, Fidelity, Franklin Templeton und Grayscale. Der Handel startete am Folgetag.
Was ist ein Bitcoin-Spot-ETF und warum ist das relevant?
Ein Spot-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der direkt in Bitcoin investiert und den aktuellen Marktpreis abbildet. Anleger können damit über ein normales Brokerkonto in Bitcoin investieren, ohne selbst eine Wallet einrichten oder Coins verwahren zu müssen.
Das ist strategisch bedeutsam, weil institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Vermögensverwalter oder Family Offices strengen regulatorischen Vorgaben unterliegen. Ohne ein zugelassenes, reguliertes Produkt war Bitcoin für diese Akteure schlicht nicht investierbar. Der Spot-ETF änderte das: Bitcoin wurde zum legitimen Baustein institutioneller Portfolios.
Zehn Jahre Kampf um die Zulassung
- 2013: Die Winklevoss-Zwillinge stellen den ersten Antrag auf einen Bitcoin-ETF. Bitcoin notiert damals bei rund 90 US-Dollar. Die SEC lehnte zweimal ab
- 2017–2020: Unter SEC-Chef Jay Clayton werden allein im August 2018 neun Bitcoin-ETF-Anträge an einem einzigen Tag abgelehnt
- Juni 2023: BlackRock stellt überraschend einen Antrag. Das Signal ist eindeutig: Wenn der weltgrößte Vermögensverwalter mit knapp 9 Billionen US-Dollar verwalteten Vermögen einen Antrag einreicht, hat er nicht vor, abgelehnt zu werden
- August 2023: Ein Berufungsgericht erklärt die Ablehnung eines Grayscale-Antrags für „willkürlich und launisch”, die SEC verliert damit ihren rechtlichen Rückhalt
- 10. Januar 2024: Die SEC stimmt mit 3:2 ab. Gensler votet die entscheidende Ja-Stimme und betont sofort, dass dies keine Billigung von Bitcoin sei
Was am 10. Januar 2024 konkret genehmigt wurde
- 11 Bitcoin-Spot-ETFs gleichzeitig zugelassen
- Darunter: iShares Bitcoin Trust (BlackRock), Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund, ARK 21Shares Bitcoin ETF, Grayscale Bitcoin Trust, Franklin Bitcoin ETF, VanEck Bitcoin Trust u.a.
- Handelsstart: 11. Januar 2024
- Coinbase fungiert als Bitcoin-Verwahrer (Custodian) für die Mehrheit der Anbieter
- Die Bitcoin-Spot-ETFs sind nur in den USA handelbar. EU-Investoren sind aufgrund der UCITS-Richtlinie vorerst ausgeschlossen
Was danach passierte
- Erster Handelstag: 4,6 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen
- BlackRocks IBIT entwickelt sich zum erfolgreichsten neuen ETF-Produkt überhaupt und überholt innerhalb weniger Monate sogar den eigenen Gold-ETF von BlackRock
- Rekord im November 2024: Monatliche Zuflüsse von knapp 6,4 Milliarden US-Dollar
- Kumulierte Nettozuflüsse seit Januar 2024: über 50 Milliarden US-Dollar
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