Die Bewertungen im Boom-Sektor der Prognosemärkte explodieren weiter. Kalshi, eine der führenden Plattformen, verhandelt laut einem Bericht der Financial Times vom 24. Juni 2026 über frisches Kapital zu einer Bewertung von rund 40 Milliarden Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie bei der letzten Runde und zieht den Abstand zum Rivalen Polymarket weiter auseinander.
Was passiert ist
Die neue Runde könnte laut der Financial Times schon im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Bemerkenswert ist das Tempo: Im Mai 2026 war Kalshi mit der Series-F-Runde über 1 Milliarde Dollar erst auf 22 Milliarden bewertet worden, nun stehen rund 40 Milliarden im Raum. Hinter dem Unternehmen steht eine prominente Investorenliste, darunter Coatue, Sequoia Capital, Andreessen Horowitz und Morgan Stanley. Der Jahresumsatz soll inzwischen über 2 Milliarden Dollar liegen.
Zum Vergleich: Rivale Polymarket wurde zuletzt mit rund 15 Milliarden Dollar gehandelt. Kalshi peilt also fast das Dreifache an.
Was ist Kalshi überhaupt?
Kalshi ist ein sogenannter Prognosemarkt, also ein Marktplatz, auf dem man auf den Ausgang realer Ereignisse handelt, etwa Wahlen, Wirtschaftsdaten, Sportergebnisse, oder aber auch umstrittene geopolitische Kriegs- und Terrorereignisse.
Was Prognosemärkte genau sind, warum gerade die ganze Wall Street heiß drauf ist und wie der Krypto-Bezug aussieht, liest du ausführlich in unserer Einordnung: Prognosemärkte Hype erklärt: Kalshi, Polymarket und der Boom.
Wann geht Kalshi an die Börse?
Spannend ist der mögliche nächste Schritt. Kalshi-Chef Tarek Mansour hat bestätigt, dass das Unternehmen über einen Börsengang nachdenkt, allerdings nicht vor 2027. Bis dahin lohnt der Blick auf zwei Fragen: ob die 40-Milliarden-Runde im dritten Quartal wirklich zustande kommt, und wie der Streit mit den US-Bundesstaaten über die Regulierung ausgeht.
Im Kern dieses Streits steht eine simple, aber folgenreiche Frage: Sind solche Wetten Glücksspiel, das die einzelnen Bundesstaaten nach ihren Glücksspielgesetzen regeln dürfen? Oder sind es Finanzprodukte, die allein der Bundesbehörde CFTC unterstehen? Je nach Antwort gelten völlig andere Regeln, Steuern und Grenzen. Kalshi pocht auf die Einstufung als reguliertes Finanzprodukt und klagt deshalb gegen einzelne Staaten wie Illinois.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

