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24. Februar 2014 – Zusammenbruch der Börse Mt. Gox

Am 24. Februar 2014 stellte Mt. Gox den Handel ein. Die zuvor größte Bitcoin-Börse der Welt hatte über Jahre hinweg 744.408 Bitcoin verloren, ohne dass es jemand bemerkte. Der Kurs halbierte sich binnen Wochen. Was wirklich passierte, wie es so weit kommen konnte und was dieser Tag für Krypto bedeutet.
Geschrieben von
Haag Sondershausen
Veröffentlicht
Juni 8, 2026

Teil unseres Krypto-Kalenders über die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Kryptowährungen.

Am 24. Februar 2014 stellte Mt. Gox den Handel ein. Wenige Stunden später war die Website offline, an ihrer Stelle erschien eine leere Seite.

Ein internes Krisendokument, das noch am selben Tag an die Öffentlichkeit gelangte, machte das Ausmaß sichtbar: Die Börse hatte über Jahre hinweg 744.408 Bitcoin verloren, ohne dass das jemandem aufgefallen war.

Vier Tage später, am 28. Februar 2014, stellte Mt. Gox beim Bezirksgericht Tokio den Antrag auf Gläubigerschutz.

Woher kam Mt. Gox?

Mt. Gox war zu diesem Zeitpunkt die mit Abstand größte Bitcoin-Handelsplattform der Welt. Im Jahr 2013 wickelte sie über 70 Prozent des gesamten weltweiten Bitcoin-Handelsvolumens ab.

Der Name leitet sich aus einer früheren Verwendung der Plattform ab. Mt. Gox stand ursprünglich für „Magic: The Gathering Online Exchange” und war 2009 als Tauschbörse für Sammelkarten gegründet worden. Ihr Gründer Jed McCaleb baute sie 2010 zur Bitcoin-Börse um und verkaufte sie 2011 an Mark Karpelès, der sie bis zu ihrem Zusammenbruch führte.

In der Frühphase von Bitcoin war Mt. Gox für viele Bitcoin-Nutzer der einzige Weg, BTC zu kaufen oder zu verkaufen. Wer Bitcoin besaß, hatte sie häufig über Mt. Gox erworben und dort belassen.

Was war vor dem 24. Februar 2014 passiert?

Der Zusammenbruch kam überraschend, aber er war das Ende eines jahrelangen, unbemerkt gebliebenen Prozesses.

Die rekonstruierte Chronologie:

  • 2011: Erster dokumentierter Angriff, bei dem rund 2.000 Bitcoin entwendet wurden
  • 2011–2013: Fortlaufende Sicherheitsprobleme, wachsende Kundenbeschwerden über blockierte Auszahlungen
  • Februar 2014: Mt. Gox stoppt alle Bitcoin-Abhebungen mit Verweis auf technische Schwierigkeiten
  • Februar 2014: Das Unternehmen erklärt, ein Fehler im Bitcoin-Protokoll (sogenannte Transaction Malleability) sei für die Probleme verantwortlich
  • Februar 2014: CEO Mark Karpelès tritt aus dem Vorstand der Bitcoin Foundation zurück, sämtliche Twitter-Beiträge der Börse werden gelöscht
  • Februar 2014: Handelseinstellung, Website geht offline, ein internes Krisendokument wird öffentlich
  • Februar 2014: Insolvenzantrag beim Bezirksgericht Tokio
  • März 2014: Mt. Gox gibt bekannt, 200.000 als verloren geglaubte Bitcoin in einer alten Wallet wiedergefunden zu haben. Der Gesamtverlust reduziert sich damit auf 650.000 Bitcoin

Die offizielle Erklärung des Unternehmens, ein technischer Fehler im Bitcoin-Protokoll habe es Angreifern ermöglicht, Abhebungen mehrfach auszulösen, ohne dass das System dies erkannte, erschien von Anfang an unplausibel.

Die späteren Ermittlungen der Tokioter Polizei bestätigten dies: Den Ermittlern zufolge waren nur rund 7.000 Bitcoin durch externe Angriffe entwendet worden. Der weitaus größere Teil der fehlenden Bestände war durch interne Manipulationen verschwunden, vermutlich durch einen oder mehrere Insider, die über Jahre hinweg unbemerkt auf die Unternehmenskonten zugegriffen hatten.

Wie groß war der Verlust?

Folgende Zahlen nannte Mt. Gox in der Insolvenzanmeldung:

  • 750.000 Bitcoin aus Kundeneinlagen verloren
  • 100.000 unternehmenseigene Bitcoin verloren
  • Gesamtverlust zum damaligen Kurswert: über 470 Millionen US-Dollar
  • Rund 127.000 Gläubiger weltweit betroffen

Zum Vergleich: Die 850.000 Bitcoin entsprachen damals rund 7 Prozent aller jemals erzeugten Bitcoin.

Wie reagierte der Markt?

Der Bitcoin-Kurs, der Anfang Februar 2014 noch bei rund 800 US-Dollar notiert hatte, fiel bis Ende Februar um über 50 Prozent auf unter 400 US-Dollar.

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