Ein Indikator wie der RSI oder der Stochastic wird aus dem Kurs berechnet. Normalerweise laufen beide in dieselbe Richtung. Wenn sie das nicht tun, liegt eine Divergenz vor.

Die beiden Grundformen
- Bullische Divergenz: Der Kurs macht ein tieferes Tief, der Indikator ein höheres. Der Verkaufsdruck lässt nach.
- Bärische Divergenz: Der Kurs macht ein höheres Hoch, der Indikator ein tieferes. Der Kaufdruck lässt nach.
In beiden Fällen sagt die Divergenz dasselbe aus: Die Bewegung geht weiter, aber mit weniger Kraft dahinter.
Warum eine Divergenz kein Signal ist
Sie sagt, dass eine Bewegung an Kraft verliert. Sie sagt nichts darüber, wann diese Bewegung dreht. Eine Divergenz kann sich über Wochen hinziehen, sich mehrfach auflösen und neu bilden, während der Kurs unbeirrt weiterläuft.
Wer allein darauf handelt, steigt regelmäßig zu früh ein. Sinnvoll wird sie erst zusammen mit anderen Bausteinen, etwa einem Strukturbruch oder einer relevanten Zone im Chart.
Die Zeiteinheit macht den Unterschied
Eine Divergenz im Monatschart wiegt deutlich schwerer als eine im Stundenchart. Allerdings schließt ein Monatschart erst am Monatsende. Eine Bestätigung liegt also frühestens im Folgemonat vor, und bis dahin kann sich das Bild noch ändern.
Zur Abkürzung
In Chartanalysen hört man häufig die Kurzform DIF oder Diff. Gemeint ist immer die Divergenz. Wie Indikatoren grundsätzlich einzuordnen sind, steht im Glossareintrag zur technischen Analyse.
