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15 Millionen Dollar für Bitcoins Sicherheit: Ein Konsortium gegen die Quantengefahr

BlackRock, Strategy, Coinbase und sechs weitere Schwergewichte gründen ein Konsortium für Bitcoins Sicherheit und sagen 15 Millionen Dollar zu, vor allem gegen die Quantengefahr. Was das bringt und wie viel Einfluss die Großen sich damit kaufen.
Geschrieben von
Stefan Lanser
Veröffentlicht
Juli 24, 2026

Neun der größten Namen aus Finanzwelt und Bitcoin-Branche spannen zusammen. Am 23. Juli 2026 gründeten BlackRock, Strategy, Coinbase, Fidelity Digital Assets, Galaxy, Anchorage Digital, ARK Invest, Block und Blockstream das Bitcoin Security Consortium. Zusammen sagen sie 15 Millionen Dollar über drei Jahre zu, um die langfristige Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks zu unterstützen. Erster Schwerpunkt: die Vorbereitung auf eine mögliche Ära der Quantencomputer.

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Was das Konsortium vorhat

Das Geld soll an die Entwickler und Forscher fließen, die schon heute an Bitcoins Sicherheit arbeiten. Ein wichtiges Detail: Es gibt keinen gemeinsamen Fördertopf. Jedes Mitglied entscheidet unabhängig, wen es finanziert. Das Konsortium selbst verwaltet kein Geld und wählt keine Empfänger aus. Koordiniert wird die tägliche Arbeit ehrenamtlich von Mike Schmidt, dem Chef der gemeinnützigen Organisation Brink, die seit Jahren Open-Source-Entwickler rund um Bitcoin unterstützt.

Neben dem Geld hat die Gruppe ein zweites Ziel. Sie will eine verlässliche Anlaufstelle für Investoren, Medien und Öffentlichkeit sein und ein nüchternes Gegengewicht zur oft überhitzten Debatte bieten. Im Zentrum steht dabei die Post-Quanten-Kryptografie, also Verschlüsselung, die auch ein künftiger Quantencomputer nicht knacken kann.

Warum gerade jetzt

Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr. Seit Wochen geistert die Quantenfrage durch die Medien. Wie real diese Gefahr wirklich ist, haben wir bereits ausführlich eingeordnet. Kurz gefasst: Ein Quantencomputer, der Bitcoins Verschlüsselung knacken könnte, existiert heute nicht, und glaubwürdige Schätzungen sehen ihn erst in etwa zehn Jahren. Theoretisch angreifbar wären laut Analysen rund sieben Millionen Bitcoin im Wert von etwa 460 Milliarden Dollar, die in Adressen mit offenliegendem Schlüssel liegen.

Das Konsortium ist Teil einer breiteren Bewegung. Wenige Tage zuvor legte das Mitglied Galaxy eine eigene Quanten-Initiative mit bis zu fünf Millionen Dollar auf. Und auch die US-Regierung treibt das Thema per Dekret voran. Die Branche mobilisiert also an mehreren Fronten.

„Wir mischen uns nicht ins Protokoll ein”

Bei so vielen Großkonzernen an einem Tisch liegt eine Sorge nahe: Wollen die Riesen bei Bitcoin mitbestimmen? Das Konsortium versucht, dem von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es betont, Bitcoins Protokoll weder zu entwickeln noch zu steuern, zu konkreten Änderungen keine Stellung zu nehmen und nicht im Namen von Bitcoin oder dessen Entwicklern zu sprechen. Die Entwicklung bleibe Sache der weltweiten, dezentralen Gemeinschaft.

Koordinator Mike Schmidt räumte offen ein, zunächst selbst Bedenken gehabt zu haben. „Neun riesige Institutionen bilden eine Gruppe, um Bitcoin zu helfen” klinge heikel, schrieb er. Bevor er zusagte, sprach er nach eigenen Angaben mit jedem Unternehmen einzeln und bestand auf zwei Bedingungen: kein gemeinsamer Fördertopf und keine Stellungnahmen des Konsortiums zu Protokolländerungen. Sein Ziel sei ein ausgewogenes Gegengewicht zur Quantenpanik, ohne Schwarzmalerei und ohne Verharmlosung.

Die kritische Frage: Wie viel Einfluss kaufen sich die Großen?

So begrüßenswert frisches Geld für die Entwickler ist, eine Frage bleibt und verdient einen nüchternen Blick. Bitcoin ist bislang das einzige große Krypto-Projekt, das wirklich dezentral und frei von Unternehmensinteressen geblieben ist. Genau dieser Umstand ist einer seiner größten Trümpfe. Wenn nun Schwergewichte wie BlackRock und Strategy das Ökosystem mitfinanzieren, fragen Kritiker, ob damit auf leisen Sohlen Einfluss erkauft wird.

Als warnendes Beispiel führen Beobachter die Kryptobörse Uniswap an. Dort kaufte sich BlackRock über den Governance-Token ein, um bei der Entwicklung mitreden zu können. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zu den Tokenomics. Auch Strategy-Gründer Michael Saylor mischt sich lautstark in Protokoll-Debatten ein, obwohl er sich früher gegen eine großzügige Entwickler-Finanzierung aussprach, was manche als Widerspruch werten.

Gegen eine echte Übernahme sprechen allerdings gewichtige Argumente. Bei Bitcoin gibt es keinen Governance-Token, über den sich das Netzwerk steuern ließe. Änderungen brauchen den Konsens einer weltweiten Gemeinschaft, und frühere Machtproben gingen gegen die Großen aus. Im sogenannten Blocksize-War etwa setzten sich am Ende die normalen Nutzer gegen einige Konzerne durch. Dazu kommt ein einfacher Anreiz: Als große Halter haben BlackRock, Strategy und die anderen das größte Interesse an einem sicheren Bitcoin. Das Netzwerk zu untergraben würde vor allem ihnen selbst schaden.

Was das für dich bedeutet

Für dich als Anleger ist die Nachricht im Kern positiv. Mehr Geld erreicht die Entwickler, die Bitcoin sicher halten, und das stärkt das Netzwerk auf lange Sicht. An der eigentlichen Lage ändert sich wenig: Die Quantengefahr bleibt eine langfristige, planbare Herausforderung und kein akutes Risiko für dein Portfolio. Praktisch gilt für dich dieselbe Grundregel wie für die Profis, nämlich moderne Adressen zu nutzen und sie nicht mehrfach zu verwenden.

Beobachten sollte man vor allem, wohin sich das Konsortium entwickelt. In den kommenden Monaten will die Gruppe eigene Materialien zur Bitcoin-Sicherheit veröffentlichen. Daran wird sich zeigen, ob es bei reiner Förderung bleibt oder ob die Großen doch mehr mitreden wollen.


Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

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