Liquidität heißt im Alltag, wie leicht sich etwas kaufen und verkaufen lässt. Im Trading meint der Begriff etwas Konkreteres: die Stellen im Chart, an denen sich Aufträge ballen. Stop-Loss-Orders unter einem Tief, Kauforders über einem Hoch, runde Kursmarken.

Warum Liquiditätszonen den Kurs anziehen
Jede ausgelöste Order ist selbst ein Kauf oder Verkauf. Wo viele davon liegen, entsteht Bewegung, sobald der Kurs sie erreicht. Große Marktteilnehmer brauchen außerdem Gegenparteien für ihre Positionen und finden sie genau dort, wo viele kleine Aufträge liegen.
Deshalb läuft der Kurs auffällig oft dorthin, wo es für die Masse unangenehm wird. Das hat nichts mit Absicht zu tun. Es ist schlicht die Stelle, an der genug Gegenseite vorhanden ist.
Was ein Liquiditätsabgriff ist
Der Kurs läuft in die Zone, löst die dort liegenden Aufträge aus und dreht anschließend wieder. Die Bewegung sah nach einem Ausbruch aus und war eine Abholung. Im Englischen heißt das Liquidity Grab.
Wer die Zonen vorher einzeichnet, wird davon weniger überrascht. Wer seinen Stop-Loss genau dort ablegt, wo alle anderen ihn ablegen, wird regelmäßig herausgeholt und sieht danach zu, wie der Kurs ohne ihn in die erwartete Richtung läuft.
Woran man die Zonen erkennt
- An mehrfach getesteten Hochs und Tiefs, weil sich darunter und darüber Stop-Orders sammeln
- An runden Kursmarken, weil Menschen dort ihre Aufträge platzieren
- An Liquidations-Heatmaps, die zeigen, auf welchen Niveaus gehebelte Positionen zwangsweise geschlossen würden
Mehr dazu, wie Preise und Aufträge zusammenhängen, steht in unserem Beitrag Trading verstehen.
