Beim Prop Trading, kurz für Proprietary Trading, handelt ein Trader mit dem Kapital einer Firma und behält einen vereinbarten Anteil der Gewinne. Statt einer Einlage zahlt er eine Gebühr für den Zugang. Verletzt er die Regeln, ist das Konto weg, sein finanzieller Verlust bleibt aber auf die Gebühr begrenzt.
Die zwei Wege hinein
Challenge oder Evaluierung. Der Trader zahlt eine moderate Gebühr und muss ein Profitziel erreichen, ohne die Verlustgrenzen zu verletzen. Zweistufige Modelle prüfen in einer zweiten, leichteren Phase, ob der Erfolg kein Zufall war.
Instant Funding. Der Trader zahlt mehr und überspringt die Prüfung. Das Konto ist sofort da, die Regeln greifen von der ersten Minute.
Wichtig für die Einordnung: Die meisten Anbieter stellen kein echtes Marktkapital zur Verfügung. Gehandelt wird zunächst in einer simulierten Umgebung, und die Firma bildet erfolgreiche Trader anschließend am echten Markt nach. Das ist das Geschäftsmodell, und es erklärt, warum die Regeln so streng sind.
Die Regeln, die überall vorkommen
- Tagesverlustgrenze: ein fester Betrag, der an einem Handelstag nicht überschritten werden darf
- Maximaler Gesamtverlust: der Drawdown, häufig rund zehn Prozent, darunter ist das Konto gesperrt
- Consistency Rule: ein einzelner Tag darf nicht den Großteil des Gewinns ausmachen
- Mindesthaltedauer: üblich sind zehn Handelstage bis zur ersten Auszahlung
- Auszahlungsquote: je nach Anbieter 70 bis 90 Prozent des erzielten Gewinns
Häufiges Missverständnis
Prop Trading wird als Abkürzung zu großem Kapital verkauft. Tatsächlich ist es eine Prüfung, kein Unterricht. Die Verlustgrenzen belohnen nicht den einen genialen Trade, sie bestrafen ihn über die Consistency Rule sogar. Wer kein Setup mitbringt, das er in Zahlen beschreiben kann, zahlt die Gebühr immer wieder ohne Gegenwert. Nach Branchenangaben erreicht nur ein kleiner Teil der Teilnehmer überhaupt ein finanziertes Konto. Unabhängig geprüfte Zahlen dazu gibt es nicht, die kursierenden Quoten stammen von Marktteilnehmern.
Für wen das zählt
Für Trader mit dokumentierter Strategie, die wissen, wie hoch ihr durchschnittlicher Verlusttag ausfällt. Für sie ist eine Challenge der schnellste Weg zu einer Kontogröße, die privat kaum zu stemmen wäre. Für Anfänger taugt das Modell als Trainingsrahmen, weil die Grenzen genau die Disziplin erzwingen, an der die meisten im eigenen Konto scheitern. Wer auf den einen großen Trade hofft oder fehlendes Eigenkapital ersetzen will, wird von den Regeln zuverlässig aussortiert.
Wie Challenge, Verlustgrenzen und Auszahlung im Detail funktionieren, steht im Artikel Prop Trading erklärt.
