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Das Trading Glossar

Drawdown

Geschrieben von
Haag Sondershausen
Veröffentlicht
September 24, 2026

Der Drawdown misst den Rückgang von einem Höchststand bis zum darauffolgenden Tief, angegeben in Prozent. Er beantwortet die Frage, wie viel ein Konto zwischenzeitlich verloren hat, bevor es sich wieder erholte. Unter allen Risikokennzahlen ist er die ehrlichste, weil er den Weg zum Ergebnis beschreibt.

Wie er gemessen wird

Steigt ein Konto von 10.000 auf 12.000 Euro, fällt auf 9.600 und steigt danach wieder, beträgt der maximale Drawdown 20 Prozent. Gerechnet wird immer vom Hoch, nicht vom Startwert. Der Maximum Drawdown ist der größte dieser Rückgänge über den gesamten Betrachtungszeitraum.

Warum die Aufholrechnung nicht symmetrisch ist

Das ist der Punkt, an dem die meisten sich verrechnen. Ein Verlust und der Gewinn, der ihn ausgleicht, sind nicht derselbe Prozentsatz.

  • 10 Prozent Verlust brauchen 11 Prozent Gewinn zurück
  • 20 Prozent Verlust brauchen 25 Prozent
  • 50 Prozent Verlust brauchen 100 Prozent
  • 80 Prozent Verlust brauchen 400 Prozent

Der Grund: Der Gewinn wird auf das geschrumpfte Kapital gerechnet. Deshalb ist die Vermeidung großer Drawdowns wichtiger als das Erzielen großer Gewinne.

Wie tief Bitcoin schon gefallen ist

Der Drawdown betrifft auch jeden, der nur kauft und hält. Bitcoin fiel nach dem Hoch Ende 2017 von knapp 20.000 US-Dollar auf rund 3.200 US-Dollar, ein Rückgang von 84 Prozent. Nach dem Hoch im November 2021 ging es von rund 69.000 auf etwa 15.500 US-Dollar, das sind 77 Prozent. Für den Ausgleich brauchte es im ersten Fall einen Anstieg von 525 Prozent, im zweiten von 335 Prozent.

Beide Male hat der Kurs die alten Hochs später übertroffen. Die Frage an dich selbst bleibt trotzdem dieselbe: Hättest du mit einem Depot, das vier Fünftel im Minus steht, zwei Jahre lang nichts getan?

Tiefe und Dauer gehören zusammen

Ein Drawdown hat zwei Seiten. Die Tiefe sagt, wie viel fehlte. Die Dauer sagt, wie lange es brauchte, bis ein neues Hoch erreicht war. Zehn Prozent Rückgang, die nach drei Wochen aufgeholt sind, belasten anders als zehn Prozent, die ein Jahr stehen bleiben. Beim Bewerten einer Strategie gehören deshalb beide Zahlen nebeneinander.

Welche Grenze sinnvoll ist

Eine feste Drawdown-Grenze gehört in jedes Regelwerk, weil die Entscheidung im Verlust zu spät kommt. Ein verbreitetes Muster: Liegt das Konto zehn Prozent unter seinem Höchststand, wird das Risiko je Trade halbiert, bis ein neues Hoch erreicht ist. Bei 0,4 Prozent Risiko je Trade wären dafür rechnerisch 26 Verluste in Folge nötig. Wer die Grenze trotzdem erreicht, hat in der Regel größer gehandelt, als der Plan vorsah.

Häufiges Missverständnis

Ein niedriger Drawdown in einem Rückblick bedeutet nicht, dass eine Strategie sicher ist. Er bedeutet nur, dass in diesem Zeitraum nichts Schlimmeres passiert ist. Die entscheidende Frage lautet, ob man ihn ausgehalten hätte, ohne die Regeln zu brechen. Genau an dieser Stelle entsteht Revenge-Trading.

Für wen das zählt

Für jeden, der eine Strategie bewertet, die eigene oder eine fremde. Im Prop Trading ist der Drawdown zusätzlich eine harte Grenze: Viele Anbieter sperren das Konto, sobald ein Gesamtverlust von rund zehn Prozent erreicht ist, unabhängig davon, wie gut die Monate davor liefen.

Mit welcher Verlustserie du statistisch rechnen musst und wie du den Drawdown klein hältst, rechnet der Artikel Risikomanagement im Trading vor.

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