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Bitcoin vor der 82.000: Ausbruch oder Bullenfalle?

Bitcoin stieg bis auf 81.255 Dollar und rutschte wieder ab. Oberhalb der 82.000 liegt die größte Liquidität im Chart, und genau das macht die Marke gefährlich.
Geschrieben von
Stefan Lanser
Veröffentlicht
August 25, 2026
Titelbild zur Frage, ob Bitcoin die 82.000-Dollar-Marke bricht oder in einer Bullenfalle endet

Knapp tausend Dollar haben gefehlt. Bitcoin lief am Dienstag bis auf 81.255 Dollar, drehte dort und rutschte wieder ab. Die Marke, um die es geht, liegt bei 82.000 Dollar, und an ihr entscheidet sich für viele Trader die Richtung der kommenden Wochen.

Florian Sondershausen hat dazu am Dienstag ein Marktupdate veröffentlicht. Seine Ausgangslage: Genau oberhalb dieser Marke liegt besonders viel Liquidität, und genau das macht sie gefährlich.

Die Kernpunkte

  • Bitcoin notiert bei rund 78.800 Dollar, das Tageshoch lag bei 81.255 Dollar
  • Der Gesamtmarkt steht bei 2,67 Billionen Dollar und hat binnen 24 Stunden 2,35 Prozent verloren
  • Der Fear-and-Greed-Index von CoinMarketCap steht bei 81 und damit in extremer Gier, dem höchsten Wert des Jahres
  • Oberhalb der 82.000er Marke liegt nach Sondershausens Lesart die höchste Liquidität im Chart
  • Die Tether-Dominanz fällt und steht bei 6,9 Prozent, was für zurückkehrende Risikobereitschaft spricht

Warum ausgerechnet 82.000

Bitcoin-Wochenchart mit den eingezeichneten Liquiditätszonen ober- und unterhalb des Kurses

Über einer runden Marke sammeln sich Aufträge. Wer short positioniert ist, legt seinen Stop-Loss dort ab. Wer auf den Ausbruch wartet, platziert seine Kauforder knapp darüber. Beides zusammen ergibt einen Bereich, in dem viel Kapital darauf wartet, ausgelöst zu werden.

Trader nennen das eine Liquiditätszone, und sie wirkt wie ein Magnet. Der Kurs läuft dorthin, weil dort etwas zu holen ist.

Das Problem beginnt danach. Wenn diese Aufträge abgearbeitet sind, fehlt der Nachschub. Der Kurs hat sein Ziel erreicht, die Käufer sind investiert, und niemand ist mehr da, der höher kaufen müsste.

Was eine Bullenfalle ist

Genau diese Konstellation heißt im Englischen Bull Trap, auf Deutsch Bullenfalle.

Der Ablauf ist immer derselbe. Der Kurs bricht über eine wichtige Marke aus. Charts sehen plötzlich gut aus, die Stimmung dreht, Anleger steigen ein, weil der Widerstand ja gefallen ist. Kurz darauf fällt der Kurs unter die Marke zurück, und alle, die oben gekauft haben, sitzen im Minus.

Der Unterschied zwischen einem echten Ausbruch und einer Falle zeigt sich erst danach. Bei einem echten Ausbruch wird die alte Widerstandsmarke zur neuen Unterstützung, der Kurs kommt zurück, hält sich darüber und läuft weiter. Bei einer Falle rutscht er durch.

Deshalb sprechen erfahrene Trader erst von einer Trendwende, wenn dieser Rücktest gelaufen ist. Das kostet die ersten Prozent der Bewegung und erspart einen Großteil der Fehlsignale.

Die Stimmung steht auf dem Jahreshoch

Verlauf des CMC Fear and Greed Index, aktuell bei 81 und damit auf dem Jahreshoch

Der Fear-and-Greed-Index misst, wie ängstlich oder gierig der Markt gerade ist. Er läuft von 0 bis 100.

Vor einem Monat stand er bei 36, das entspricht Angst. Vor einer Woche bei 41, also neutral. Heute steht er bei 81 und damit in extremer Gier.

Das ist der höchste Wert des gesamten Jahres, erreicht am 24. August. Zur Einordnung: Das Jahrestief lag am 6. Februar bei 5, also in extremer Angst. Der Markt hat die komplette Spannbreite in gut sechs Monaten durchlaufen.

Sondershausens Regel dazu ist alt und einfach: Wenn die Masse gierig wird, verkaufen die Erfahrenen. Wenn die Masse Angst hat, kaufen sie.

Interessant wird es, wenn Kurs und Stimmung auseinanderlaufen. Steigt der Kurs weiter, während die Gier bereits nachlässt, kommt das Geld von Anlegern, die spät dran sind. Dieses Auseinanderlaufen ist eines der Muster, auf die er im Video zeigt.

Der Blick auf die Tether-Dominanz

Chart der Tether-Dominanz mit der Erklärung, was steigende und fallende Werte bedeuten

Ein zweiter Indikator, der wenig Beachtung findet: der Anteil von Tether am Gesamtmarkt, im Chart als USDT.D geführt.

Der Wert zeigt, wie viel Prozent des Kryptogeldes gerade in Tether geparkt ist. Die Ableitung daraus ist simpel:

  • Der Anteil steigt. Kapital flüchtet in Stablecoins, die Anleger gehen an den Rand des Marktes. Das ist ein Zeichen von Vorsicht.
  • Der Anteil fällt. Dasselbe Kapital fließt zurück in Bitcoin und Altcoins. Die Kauflaune steigt.

Aktuell liegt die Tether-Dominanz bei rund 6,9 Prozent und damit klar unter der Zone bei knapp 9,5 Prozent, in der sie zuletzt gedreht hat. Sie fällt also gerade, und genau das wertet Sondershausen als Rückkehr der Risikobereitschaft.

Das ist die zweite Hälfte seines Arguments: Die Stimmung ist heiß, gleichzeitig fließt tatsächlich Geld zurück in den Markt.

Zwei Szenarien, eine Marke

Bitcoin-Wochenchart mit dem eingezeichneten Szenario und den drei geplanten Kaufzonen

Im Video benennt er beide Wege offen.

Erstens: Bitcoin erreicht die Zone, korrigiert kurz und hält sich anschließend über 82.000. Dann wäre der Ausbruch bestätigt.

Zweitens: Bitcoin erreicht dieselbe Zone, die Liquidität wird abgeräumt, und der Kurs fällt zurück. Dann war es die Falle.

Dass es zwischendurch eine Korrektur gibt, hält er für nahezu sicher. Welches der beiden Szenarien er selbst für wahrscheinlicher hält und bei welchen Kursen seine eigenen Kaufaufträge liegen, sagt er im Video.

Ethereum und Solana laufen anders

Solana-Chart mit dem Einbruch um 96 Prozent nach dem Zusammenbruch von FTX

Bitcoin steht im Mittelpunkt, im Video kommen aber auch die beiden größten Altcoins vor.

Bei Ethereum rechnet Sondershausen mit weniger Abwärtsbewegung als bei Bitcoin. Seine Begründung ist naheliegend: Ethereum hat den steilen Anstieg der vergangenen Monate gar nicht mitgemacht. Wo weniger Gewinn im Markt liegt, gibt es auch weniger Grund zu verkaufen. Er erwartet eine Seitwärtsbewegung in den Zonen, die er vor Monaten eingezeichnet hat.

Bei Solana zeigt er den Blick zurück. Nach dem Zusammenbruch der Börse FTX im November 2022 verlor der Kurs rund 96 Prozent. Ihm geht es dabei um die Struktur und weniger um die Historie: Auch diese Bewegung lief die Liquiditätsmarken ab, die vorher im Chart erkennbar waren. Erst wurden sie abgeräumt, dann folgte die Gegenbewegung.

Das ist dasselbe Muster, das er jetzt bei Bitcoin an der 82.000er Marke erwartet, nur in anderer Größenordnung.

Der Teil, der unabhängig vom Kurs gilt

Ungewöhnlich offen ist ein anderer Abschnitt. Sondershausen zeigt sein Handelstagebuch und darin acht Verlusttage neben acht Gewinntagen.

Eine Trefferquote von rund 50 Prozent, und unter dem Strich trotzdem ein Plus. Der Grund ist keine Trickserei: Verluste werden eng begrenzt, Gewinne laufen gelassen. Wenn der durchschnittliche Gewinn größer ist als der durchschnittliche Verlust, reicht jede zweite richtige Entscheidung.

Das ist der Punkt, der auch dann noch stimmt, wenn Bitcoin längst woanders steht.

Alle Kursangaben Stand 25. August 2026, 19:30 Uhr. Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Das komplette Marktupdate im Video

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Häufige Fragen

Was ist eine Bullenfalle?

Ein Ausbruch über eine wichtige Marke, der kurz darauf wieder zusammenbricht. Wer beim Ausbruch gekauft hat, sitzt danach im Minus. Ob ein Ausbruch echt war, zeigt sich erst am Rücktest: Hält die alte Widerstandsmarke als neue Unterstützung, war er echt.

Warum liegt oberhalb runder Marken besonders viel Liquidität?

Weil sich dort Aufträge sammeln. Stop-Loss-Orders von Short-Positionen und Kauforders von Ausbruchshändlern liegen im selben Bereich. Diese Ansammlung zieht den Kurs an, weil dort viel Kapital darauf wartet, ausgelöst zu werden.

Was sagt der Fear-and-Greed-Index aus?

Er misst die Stimmung am Kryptomarkt auf einer Skala von 0 bis 100. Niedrige Werte stehen für Angst, hohe für Gier. Er ist ein Stimmungsmesser und kein Kaufsignal, weil er wochenlang im Extrembereich bleiben kann. Es gibt mehrere Anbieter mit unterschiedlicher Berechnung, die Werte weichen deshalb voneinander ab. Die Angaben in diesem Beitrag stammen von CoinMarketCap.

Was bedeutet eine steigende Tether-Dominanz?

Dass Anleger Kapital in Tether umschichten und damit an den Rand des Marktes gehen. Das gilt als Zeichen von Vorsicht. Fällt der Anteil, fließt dasselbe Geld zurück in Bitcoin und Altcoins. Der Wert dient als Anhaltspunkt für die Risikobereitschaft und wird in Charts als USDT.D geführt.

Ist ein Ausbruch über 82.000 Dollar automatisch der Start eines Bullenmarkts?

Nein. Entscheidend ist, ob sich der Kurs nach dem Ausbruch über der Marke halten kann. Ohne diesen bestätigten Rücktest bleibt der Ausbruch ein Ereignis ohne Aussage über die Richtung der kommenden Wochen.

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