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Bitcoin-Ausbruch: Woran Trader erkennen, ob ein Bullrun beginnt

Bitcoin legte in einer Woche rund 24 Prozent zu, so stark wie zuletzt 2023. Warum selbst das noch keine Trendwende beweist und woran Trader den Unterschied festmachen.
Geschrieben von
Haag Sondershausen
Veröffentlicht
August 21, 2026
Florian Sondershausen mit beiden Daumen nach oben vor einem steigenden Kerzenchart und einer Bitcoin-Münze. Bildtitel: Bitcoin pumpt, jetzt 82.000 Dollar?

Bitcoin hat im August 2026 in einer einzigen Woche rund 24 Prozent zugelegt und dabei ein Zweimonatshoch erreicht. So stark war keine Woche mehr seit März 2023. Die Frage, die jetzt überall gestellt wird: Beginnt der nächste Bullrun?

Florian Sondershausen geht diese Frage in seiner aktuellen Chartanalyse Schritt für Schritt durch. Seine Einschätzung steht am Ende dieses Beitrags im Video.

Dieser Artikel liefert das, was man braucht, um ihm folgen zu können: die Begriffe, die Werkzeuge und vor allem die Reihenfolge, in der ein Trader so etwas beurteilt. Wer die kennt, sieht im Chart mehr als eine Linie, die nach oben zeigt.

Warum auch eine Rekordwoche noch keine Trendwende ist

Bitcoin verbringt den Großteil seiner Zeit in Seitwärtsspannen. Auf eine Phase ohne Richtung folgt ein Ausbruch, danach bildet sich die nächste Spanne.

Daraus folgt etwas, das in der Aufregung untergeht: Ein Ausbruch beendet eine Seitwärtsphase, er begründet aber keinen Trend. Ausbrüche kommen nach oben wie nach unten vor, und die Wucht der Bewegung sagt für sich genommen nichts darüber, wie lange sie trägt.

Das schmälert die Bewegung nicht. Vierundzwanzig Prozent in einer Woche sind außergewöhnlich, und der letzte Wert dieser Größenordnung stammt aus der Woche der US-Regionalbankenkrise im März 2023. Nur beweist die Größe allein eben nichts. Genau deshalb reicht es nicht, den Ausbruch zu sehen. Die eigentliche Arbeit fängt danach an.

Die Reihenfolge: erst die Struktur, dann der Auslöser

Dazu fällt im Video ein Satz, der als Grundregel für jede Chartanalyse taugt:

Du darfst niemals den Indikator traden. Du sollst immer eine saubere Makroanalyse machen.

Übersetzt heißt das: Ein Indikator liefert den Auslöser für einen Einstieg, nie den Grund. Der Grund kommt aus der Marktstruktur, also aus der Frage, wo die Marken liegen, an denen sich in der Vergangenheit etwas entschieden hat.

Wer die Reihenfolge umdreht und Indikatorsignale ohne Zusammenhang handelt, bekommt viele Signale und wenig Ergebnis.

Diese Abfolge vom großen zum kleinen Zeitfenster nennt Florian Dropdown-Analyse: erst Monats- und Wochenchart für das Gesamtbild, danach die kleineren Zeitfenster für den Zeitpunkt.

Die drei Werkzeuge, die im Video vorkommen

1. Die Liquidations-Heatmap

Viele Anleger handeln mit geliehenem Kapital. Läuft der Kurs zu weit gegen sie, schließt die Börse ihre Position zwangsweise. Eine Heatmap zeigt, auf welchen Kursniveaus besonders viele solcher Positionen liegen.

Diese Zonen wirken wie ein Magnet, und der Grund dafür ist mechanisch: Eine Zwangsschließung ist selbst eine Order. Wird eine Short-Position zwangsweise geschlossen, ist das ein Kauf. Der Kurs steigt dadurch weiter und reißt die nächste Position mit.

Wie stark das wirken kann, war am 19. August zu sehen, als Short-Positionen über 1,365 Milliarden Dollar zwangsweise geschlossen wurden.

Für die Analyse heißt das: Wo die Positionen bereits abgeräumt sind, liegt wenig im Weg. Wo sie sich noch stapeln, entsteht Anziehungskraft. Und das gilt in beide Richtungen.

2. Die Divergenz

Kurs und Indikator laufen auseinander. Der Kurs macht ein neues Tief, der Indikator aber nicht mehr. Das deutet darauf hin, dass der Druck nachlässt, bevor der Kurs es zeigt.

Eine Divergenz ist ein Hinweis, kein Signal. Sie sagt, dass eine Bewegung an Kraft verliert. Sie sagt nicht, wann sie dreht.

Im Video hörst du dafür manchmal die Kurzform “DI” oder “Diff”.

Wichtig ist außerdem das Zeitfenster, in dem sie auftaucht. Eine Divergenz im Monatschart ist etwas völlig anderes als eine im Stundenchart, schon weil ein Monatschart erst am Monatsende schließt. Eine Bestätigung dort wäre frühestens im Folgemonat sichtbar.

3. Der gleitende Durchschnitt

Der Mittelwert der Kurse über einen festgelegten Zeitraum. Er glättet Ausschläge und macht die Richtung sichtbar.

Sein bekannter Nachteil ist, dass er hinterherläuft. Als Bestätigungswerkzeug ist genau das aber der Zweck: Er meldet spät und dafür seltener falsch. Wer ihn als Bedingung setzt, verpasst das Tief zuverlässig und vermeidet dafür einen Großteil der Fehlausbrüche.

Die komplette Analyse im Video

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Mehr Informationen

Was im Video darüber hinaus vorkommt

Florian geht den Chart live durch, ohne Vorbereitung, und zeigt dabei:

  • welche Liquiditätszonen er ober- und unterhalb des Kurses eingezeichnet hat
  • was der Stimmungsindikator Fear and Greed gerade anzeigt und wie stark er sich verschoben hat
  • wie sich die Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk zuletzt entwickelt hat
  • welche Bedingung für ihn erfüllt sein muss, bevor er von einer bestätigten Wende spricht
  • drei konkrete Kursmarken, bei denen seine eigenen Kauforders liegen, für den Fall, dass es doch abwärts geht

Ungewöhnlich offen ist auch der Teil über sein eigenes Verhalten während des Anstiegs. Wie er sich positioniert hat und warum, sagt er im Video selbst.

Was du unabhängig vom Kursstand mitnehmen kannst

Drei Punkte gelten auch dann noch, wenn Bitcoin längst woanders steht.

Erstens. Ein Ausbruch aus einer Seitwärtsspanne ist der Normalfall und für sich genommen kein Trendwechsel.

Zweitens. Wenn eine Bewegung von Zwangsschließungen getragen wird, endet dieser Teil von selbst, sobald die Positionen abgeräumt sind. Was danach übrig bleibt, ist die eigentliche Nachfrage.

Drittens. Eine Bestätigung kommt naturgemäß zu spät, um den Wendepunkt zu erwischen. Das ist der Preis dafür, seltener falsch zu liegen.

Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen

Was ist eine Liquidations-Heatmap?

Eine Darstellung, auf welchen Kursniveaus besonders viele gehebelte Positionen liegen, die bei Erreichen zwangsweise geschlossen würden. Weil jede Zwangsschließung selbst eine Order auslöst, wirken diese Zonen anziehend auf den Kurs.

Was bedeutet Divergenz?

Kurs und Indikator laufen auseinander, etwa wenn der Kurs ein neues Tief bildet, der Indikator aber nicht. Das deutet auf nachlassenden Druck hin. Es ist ein Hinweis und kein Einstiegssignal.

Warum wartet man auf einen gleitenden Durchschnitt, wenn er hinterherläuft?

Weil genau diese Verzögerung der Zweck ist. Ein Indikator, der früh reagiert, erzeugt viele Fehlsignale. Wer auf eine späte Bestätigung wartet, verpasst den Wendepunkt und liegt dafür seltener falsch.

Was heißt Dropdown-Analyse?

Die Reihenfolge vom großen zum kleinen Zeitfenster. Zuerst Monats- und Wochenchart für das Gesamtbild und die wichtigen Marken, danach die kleineren Zeitfenster für den Zeitpunkt des Einstiegs.

Bedeutet ein Ausbruch aus einer Seitwärtsspanne, dass ein Bullrun beginnt?

Nicht automatisch. Ausbrüche beenden Seitwärtsphasen regelmäßig, in beide Richtungen, und kehren sich häufig wieder um. Ob daraus ein Trend wird, entscheidet sich erst an der Bestätigung.

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