Das Trading Glossar

GENIUS Act

Geschrieben von
Stefan Lanser
Veröffentlicht
Juli 20, 2026

Der GENIUS Act wurde am 18. Juli 2025 von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet. Es ist das erste eigenständige US-Gesetz, das den Kryptomarkt in einem großen Bereich verbindlich regelt. Der sperrige Name steht für “Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins”.

Im Kern geht es um Vertrauen. Ein Stablecoin verspricht, jederzeit einen Dollar wert zu sein. Dieses Versprechen hält nur, wenn hinter jedem Token auch wirklich ein Dollar liegt. Der GENIUS Act macht daraus eine gesetzliche Pflicht.

Was der GENIUS Act vorschreibt

Fünf Punkte bilden das Gerüst des Genius Acts.

  • Erstens muss jeder Stablecoin vollständig gedeckt sein, und zwar mit besonders sicheren und schnell verfügbaren Anlagen. In der Praxis sind das Bargeld und kurzlaufende US-Staatsanleihen.
  • Zweitens müssen Herausgeber ihre Reserven monatlich offenlegen.
  • Drittens brauchen sie veröffentlichte Regeln dafür, wie Halter ihre Token wieder in echte Dollar tauschen können.
  • Viertens dürfen Herausgeber ihren Haltern keine Zinsen auszahlen.
  • Und fünftens brauchen sie eine Zulassung und stehen unter staatlicher Aufsicht. Kleinere Anbieter mit bis zu zehn Milliarden Dollar im Umlauf können unter der Aufsicht ihres Bundesstaates bleiben.

Warum der GENIUS Act wichtig ist

Stablecoins sind das Rückgrat des Kryptohandels. Fast jeder Handel läuft über sie, und im Zahlungsverkehr gewinnen sie rasch an Bedeutung. Bricht ein großer Stablecoin weg, trifft das den gesamten Markt.

Für Anleger ist vor allem eine Folge greifbar: Ab dem 18. Juli 2028 dürfen US-Handelsplätze keine Stablecoins mehr anbieten, deren Herausgeber die Vorgaben nicht erfüllen. Das Gesetz entscheidet also mit darüber, welche Stablecoins in den USA überhaupt handelbar bleiben. In Kraft tritt es am 18. Januar 2027, oder 120 Tage nach den finalen Regeln der Behörden.

Häufiges Missverständnis

Der GENIUS Act macht Stablecoins nicht zu staatlich garantiertem Geld. Er verlangt eine solide Deckung und regelmäßige Offenlegung. Eine Einlagensicherung wie beim Bankkonto entsteht dadurch aber nicht.

Verbreitet ist außerdem die Annahme, der GENIUS Act verbiete jede Verzinsung von Stablecoins. Das Verbot trifft ausdrücklich nur den Herausgeber (Also die Emittenten der Stablecoins). Börsen und verbundene Firmen erfasst das Gesetz bisher nicht, weshalb über eine Kryptobörse durchaus eine Art Verzinsung bei dir ankommen kann. Um genau diese Lücke wird in Washington derzeit gestritten, unter anderem im Clarity Act.

Wie das Gesetz im Detail funktioniert, welche Fristen gelten, warum gerade das Zinsverbot über das Geschäftsmodell der ganzen Branche entscheidet und welche Kritik es daran gibt, liest du in unserer Analyse GENIUS Act einfach erklärt. Den aktuellen Stand zur Umsetzung findest du in unserer News Ein Jahr GENIUS Act.

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