Die Positionsgröße legt fest, wie viele Einheiten eines Wertes ein Trader kauft oder verkauft. Sie ist die Stellschraube, an der das Risiko eines einzelnen Trades tatsächlich hängt. Sie wird berechnet, bevor die Order abgeschickt wird, und nicht nach Gefühl gewählt.
Die Formel
Drei Größen reichen aus: das Kontoguthaben, das Risiko je Trade in Prozent und der Abstand vom Einstieg bis zum Stop-Loss.
Positionsgröße = (Konto × Risiko in Prozent) ÷ Abstand zum Stop-Loss
Ein Beispiel, durchgerechnet
Ein Konto von 10.000 Euro, ein Prozent Risiko je Trade, eine Aktie bei 50 Euro und ein Stop-Loss bei 48 Euro.
- Erlaubter Verlust: 1 Prozent von 10.000 Euro, also 100 Euro
- Abstand zum Stop-Loss: 50 minus 48, also 2 Euro je Aktie
- Positionsgröße: 100 geteilt durch 2, also 50 Aktien
- Gegenprobe: 50 Aktien × 2 Euro Verlust = 100 Euro, genau ein Prozent
Rückt der Stop-Loss näher an den Einstieg, wird die Position größer, das Risiko bleibt gleich. Genau das ist der Sinn der Rechnung: Konstant bleibt der Verlust im schlechtesten Fall, der Einsatz darf schwanken.
Häufiges Missverständnis
Die bekannte Ein-Prozent-Regel wird oft als Mindestmaß gelesen. In der Praxis arbeiten erfahrene Trader deutlich darunter. Florian Sondershausen rechnet mit 0,4 Prozent je Trade. Der Grund ist einfach: Bei 0,4 Prozent kosten zwölf Verlusttrades hintereinander zusammen 4,8 Prozent des Kontos. Bei zwei Prozent wären dieselben zwölf Verluste fast ein Viertel des Kapitals, und die Rechnung, die nötig wäre, um das wieder aufzuholen, wird mit jedem Prozentpunkt unangenehmer.
Für wen das zählt
Für jeden, der mehr als eine Handvoll Trades im Jahr macht. Wer die Positionsgröße nur schätzt, arbeitet mit einer Vermutung. Wer langfristig einen Sparplan bespart, braucht die Formel nicht, dort ersetzt die feste Rate die Rechnung.
Die Formel mit zwei durchgerechneten Beispielen für Aktien und Bitcoin steht im Artikel Positionsgröße berechnen.
