Beim Swing Failure Pattern, kurz SFP, überschreitet der Kurs kurz ein vorheriges Hoch oder Tief und schließt danach wieder auf der ursprünglichen Seite. Der Ausbruch hält nicht. Genau dieses Scheitern ist das Signal, nicht der Ausbruch selbst.
Warum es entsteht
Über einem auffälligen Hoch liegen die Stoppaufträge derer, die auf fallende Kurse gesetzt haben, und die Kaufaufträge derer, die auf den Ausbruch warten. Beides zusammen ist Liquidität, also die Gegenseite, die ein großer Verkäufer braucht, um überhaupt in Menge abgeben zu können.
Wird das Hoch kurz überschritten, werden diese Aufträge ausgelöst. Findet sich danach keine Anschlusskäufe, fällt der Kurs zurück, und die Kerze schließt unter dem Hoch. Was von außen nach einem gescheiterten Ausbruch aussieht, war für die Gegenseite der Einstieg.
Woran du es erkennst

- ein klar sichtbares vorheriges Hoch oder Tief, das mehrfach bestätigt wurde
- ein Docht, der darüber oder darunter hinausragt
- ein Schlusskurs wieder auf der ursprünglichen Seite, das ist die Bedingung
- idealerweise erhöhtes Volumen an dieser Kerze
Häufiges Missverständnis
Der Docht allein wird für das Muster gehalten. Entscheidend ist aber der Schlusskurs. Solange die Kerze noch läuft, ist nichts bestätigt, und viele Einstiege entstehen genau in dieser Phase zu früh. Dazu kommt: Ein SFP ist ein Hinweis auf eine mögliche Umkehr, kein Beweis. Es ersetzt weder den Stop-Loss noch die Frage, ob die Marktstruktur die Richtung überhaupt hergibt.
Für wen das zählt
Für Trader, die an Marken arbeiten statt an Indikatoren. Das Muster erklärt, warum ein Ausbruch, dem man hinterherläuft, so oft der schlechteste Einstieg des Tages ist.
Wie Marktstruktur und markante Hochs und Tiefs im Chart zusammenhängen, erklärt der Artikel Technische Analyse einfach erklärt.
