Take Profit ist eine im Voraus gesetzte Order, die eine Position automatisch schließt, sobald der Kurs ein festgelegtes Gewinnziel erreicht. Sie ist das Gegenstück zum Stop-Loss und wird zusammen mit ihm vor dem Einstieg bestimmt.
Warum das Ziel vorher feststehen sollte

Erst wenn Einstieg, Verlustgrenze und Ziel bekannt sind, lässt sich ausrechnen, ob ein Trade sich überhaupt lohnt. Wer bei 79.000 Dollar kauft, den Stop-Loss auf 76.500 legt und das Ziel auf 86.500, riskiert 2.500 Dollar für eine Chance auf 7.500. Das ergibt ein Verhältnis von 1 zu 3.
Ohne festgelegtes Ziel entscheidet die Stimmung. Im Gewinn wird meistens zu früh geschlossen, im Verlust zu spät. Genau diese Reihenfolge kostet über viele Trades hinweg Geld.
Wo das Ziel hingehört
Sinnvoll ist die Marke dort, wo im Chart erfahrungsgemäß Gegenwehr entsteht. Das sind vorherige Hochs, Bereiche mit viel gehandeltem Volumen oder runde Kursmarken, an denen viele Orders liegen. Ein Ziel, das nur aus einer Wunschrendite abgeleitet ist, hat keinen Bezug zum Markt.
Viele Händler arbeiten mit Teilzielen. Ein Teil der Position wird am ersten Ziel verkauft, der Rest läuft weiter. Wie sich das in eine Gesamtstrategie einfügt, steht im Beitrag zu den Trading-Strategien für Einsteiger.
Häufiges Missverständnis
Ein hohes Ziel macht einen Trade nicht besser. Je weiter das Ziel entfernt liegt, desto seltener wird es erreicht. Ein Verhältnis von 1 zu 10 sieht auf dem Papier gut aus und geht in der Praxis meist nicht auf, weil der Kurs vorher dreht.
Wie sich Ziel und Verlustgrenze sinnvoll zueinander verhalten, steht im Eintrag zum Chance-Risiko-Verhältnis.
Für wen das zählt
Take Profit ist für alle relevant, die einen Trade mit einem festen Zeithorizont eingehen. Wer kurzfristig handelt, braucht ein Ziel, weil sonst jede Bewegung neu bewertet werden müsste. Für langfristige Anleger spielt es eine kleinere Rolle, weil dort das Ziel oft gar nicht in einem Kurs liegt, sondern in einem Zeitraum oder einem Lebensziel. Wer zum ersten Mal handelt, merkt am Take Profit schnell, wie schwer das Aushalten einer laufenden Position fällt.
