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Bitcoin Short-Trading: So profitiert man von fallenden Kursen an der Börse

Bitcoin bewegt sich seit Wochen seitwärts. Florian Sondershausen hat daraus ein aktuelles Short-Setup abgeleitet und zeigt im Video jeden Schritt. Wir erklären die Reihenfolge dahinter, warum der Stop-Loss bewusst über dem Level liegt und wie aus dem Volumenprofil ein Kursziel im Short-Trading entsteht.
Geschrieben von
Stefan Lanser
Veröffentlicht
August 12, 2026
Titelbild zum Bitcoin-Short-Trade und wie man von fallenden Kursen an der Börse profitiert

Bitcoin hängt seit Wochen in einer Seitwärtsphase fest, aktuell (Stand12.August 2026) bei rund 63.800 Dollar. Für die meisten Anleger ist das eine zähe Zeit ohne erkennbare Richtung.

Für einen Trader ist genau das eine Arbeitsgrundlage. Denn Bitcoin läuft seit gut 70 Tagen in einer 16%igen Seitwärts-Range – und in den letzten 30 Tagen in einer engen 10%-Range. 

Perfekte Möglichkeiten zum Long- und Short-Trading.

Florian Sondershausen hat am 11. August einen Short auf Bitcoin ausgelöst und in einem Video Schritt für Schritt gezeigt, woraus er Einstieg, Absicherung und Kursziel abgeleitet hat.

Das Interessante daran ist die Tradingstrategie. Es ist dieselbe, die wir bereits schon am Goldmarkt beschrieben haben, doch diesmal handeln wir keine steigenden Kurse Long, sondern fallende Kurse Short. Wir ordnen die wichtigsten Punkte ein und erklären, wie man von fallenden Kursen dank Short-Trading profitieren kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin bewegt sich seit Wochen seitwärts, sowohl im kleinen als auch im großen Zeitfenster. 
  • Der Einstieg lag an einem Preisbereich mit hohem Handelsinteresse, der Stop-Loss bewusst oberhalb des nächsten Liquiditätspunkts.
  • Als Kursziel dient der sogenannte Point of Control aus dem Wochenchart, ein zweites Ziel liegt tiefer bei rund 57.700 Dollar.
  • Die Reihenfolge zur Trade-Vorbereitung: Erst Level, dann Struktur, dann Einstieg.

Wo Bitcoin gerade steht

Bitcoin notiert am 11. August bei rund 63.800 Dollar und damit etwa 49 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.198 Dollar aus dem Oktober 2025. Seit Wochen pendelt der Kurs in einer engen Spanne.

Marktweit liegen die viel beachteten Unterstützungen bei 62.500 und 60.000 Dollar. Ein Bruch darunter würde nach verbreiteter Lesart den Bereich um 54.000 Dollar in den Fokus rücken. Warum der Kryptomarkt insgesamt gerade in dieser Verfassung ist, haben wir in unserer Analyse Sind Kryptowährungen tot? eingeordnet.

Der ausgelöste Short auf Bitcoin. Als Ziel dient der Point of Control aus dem Wochenchart, also das Preisniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen.

Warum ein Short, wenn alle auf steigende Kurse warten?

Hier liegt der lehrreichste Unterschied zu unserem Gold-Artikel.

Bei Gold gibt es ein strukturelles Argument für die Aufwärtsseite, weil der Kurs in US-Dollar gemessen wird und der Dollar über lange Zeiträume an Kaufkraft verliert. Viele Trader konzentrieren sich dort deshalb auf Käufe.

Bei Bitcoin greift dieses Argument langfristig ebenfalls, für einen einzelnen Trade über wenige Tage spielt es allerdings keine Rolle. Auf dieser Zeitebene zählt nur, was der Chart zeigt: In einer Seitwärtsphase handelt man von einer Kante der Spanne zur anderen, und das funktioniert in beide Richtungen.

Genau deshalb ist ein Handelsansatz mehr wert als eine Meinung. Wer nur long denkt, kann in einer Seitwärtsphase die Hälfte der Gelegenheiten nicht nutzen. Was der Unterschied zwischen Long und Short genau bedeutet, steht in unserem Glossar.

Die Analyse: Florians Setup im Video

Im Video zeigt Florian Sondershausen den kompletten Trade, vom Wochenchart über die Bestätigung im Vier-Stunden- und 15-Minuten-Chart bis zur Platzierung von Stop-Loss und Zielen.

🎥 Das vollständige Video findest du hier: Bitcoin Short ausgelöst, das ist mein nächstes Kursziel

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Mehr Informationen

Der Ablauf: erst Level, dann Struktur, dann Einstieg

Gegen Ende des Videos fasst Florian sein Vorgehen in einem Satz zusammen: Er identifiziert immer zuerst ein Level, danach definiert er die Struktur. Erst dann entsteht ein Einstieg.

Diese Reihenfolge ist der eigentliche Kern. Die meisten Einsteiger machen es umgekehrt: Sie sehen eine Bewegung, wollen dabei sein, und suchen sich danach eine Begründung.

Schritt 1: die Level markieren

Level sind Preisbereiche, an denen in der Vergangenheit auffällig viel gehandelt wurde und an denen entsprechend viele Aufträge liegen.

Sichtbar macht man das mit einem Volumenprofil. Dieses Werkzeug legt sich seitlich über den Chart und zeigt für jedes Preisniveau, wie viel dort tatsächlich umgesetzt wurde. Statt der üblichen Frage, wann gehandelt wurde, beantwortet es die Frage, zu welchem Preis. Daraus ergeben sich drei Begriffe:

  • Point of Control: das Preisniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen im betrachteten Zeitraum. Dort waren sich Käufer und Verkäufer am häufigsten einig, und dorthin kehrt der Kurs überdurchschnittlich oft zurück. Deshalb eignet sich dieses Niveau als Kursziel.
  • Value Area: der Bereich um den Point of Control herum, in dem der Großteil des Handels stattfand. Seine Grenzen heißen Volume Area High (oben) und Volume Area Low (unten). Verlässt der Kurs diesen Bereich, bewegt er sich in dünn gehandeltes Gebiet und läuft dort meist schneller.

Zwei weitere Level spielen in diesem Setup eine Rolle:

  • Danger Zone: ein Preisbereich, in dem eine Bewegung erfahrungsgemäß häufig ins Stocken gerät, weil dort mehrere Level zusammenfallen.
  • Liquidity Grab: eine Stelle, an der der Kurs kurz über ein markantes Hoch hinausschießt, dort die aufgestauten Aufträge einsammelt und anschließend wieder zurückfällt. Im Video ist diese Stelle mit einem X markiert.

Der praktische Nutzen dieser Level: Sie geben dir vorher feste Punkte im Chart, an denen du etwas tust. Ohne sie entscheidest du im Moment der Kursbewegung, und das ist genau die Situation, in der die meisten Fehler passieren.

Drei Level im 15-Minuten-Chart: Volume Area High, Danger Zone und der Liquidity Grab, an dem der Kurs kurz über ein Hoch hinausschoss.

Drei Level im 15-Minuten-Chart: Volume Area High, Danger Zone und der Liquidity Grab, an dem der Kurs kurz über ein Hoch hinausschoss.

Schritt 2: die Struktur bestimmen

Erst wenn die Level stehen, kommt die Frage nach der Richtung. Und die Antwort lautete in diesem Fall: keine.

Bitcoin bewegte sich sowohl im kleinen als auch im großen Zeitfenster seitwärts. Das klingt nach einer schlechten Nachricht, ist für dieses Vorgehen aber die günstigste Ausgangslage. In einer Seitwärtsphase weißt du ungefähr, wo die Spanne endet. In einem starken Trend weißt du das nicht.

Zusätzlich zog Florian ein Fibonacci-Retracement über die maßgebliche Bewegung. Dieses Werkzeug teilt eine zurückliegende Kursbewegung in prozentuale Abschnitte und zeigt, bis wohin eine Gegenbewegung typischerweise läuft, bevor der ursprüngliche Impuls sich fortsetzt.

Schritt 3: die Bestätigung

Vor dem Einstieg kamen mehrere unabhängige Signale zusammen. Im Video nennt Florian das eine mehrfache Bestätigung:

  • eine Divergenz im Vier-Stunden-Chart und im 15-Minuten-Chart, also eine Unstimmigkeit zwischen Kursverlauf und Indikator
  • ein gedrehter Stochastik-Indikator im 15-Minuten-Chart
  • die passende Wellenstruktur im hauseigenen Analyzer

Ein einzelnes Signal hätte für diesen Einstieg nicht gereicht. Diese Hürde ist bewusst so gesetzt und fester Teil des Regelwerks.

Mehrfache Bestätigung vor dem Einstieg: Divergenz in zwei Zeitfenstern und ein gedrehter Stochastik-Indikator.

Bildunterschrift: Mehrfache Bestätigung vor dem Einstieg: Divergenz in zwei Zeitfenstern und ein gedrehter Stochastik-Indikator.

Was ist der Analyzer B?

Ein individuell optimierter, eigener Indikator, der von unseren Tradern bei Haag Sondershausen Consulting in Koblenz laufend gepflegt und weiterentwickelt wird. Er fasst mehrere Faktoren in einer Ansicht zusammen, unter anderem Momentum, Trendstärke und Geldfluss. 

Warum der Stop-Loss über dem Level lag

Dieser Punkt ist der praktisch wertvollste im ganzen Video, und er wird von Einsteigern regelmäßig falsch gemacht.

Der naheliegende Gedanke wäre, den Stop-Loss direkt an das Level zu legen, ab dem die Idee widerlegt wäre. Florian setzte ihn bewusst ein Stück darüber, bei rund 66.250 Dollar.

Der Grund liegt in der Funktionsweise des Marktes. Oberhalb eines markanten Hochs sammeln sich Verkaufsaufträge und Absicherungen an. Diese Aufträge sind für große Marktteilnehmer attraktiv, weil sie dort günstig Gegenpositionen einsammeln können. Deshalb schießt ein Kurs häufig kurz über ein solches Hoch hinaus, bevor er dreht.

Wer seinen Stop-Loss exakt auf dieses Hoch legt, wird bei genau dieser Bewegung ausgestoppt, obwohl die ursprüngliche Analyse richtig war. Ein Stück Puffer darüber kostet ein wenig mehr Risiko und verhindert dafür einen vermeidbaren Verlust. Wie du diesen Abstand sauber bestimmst, erklären wir in unserem Artikel Stop-Loss richtig setzen.

Das Kursziel: warum zwei statt eins

Als erstes Ziel diente der Point of Control aus dem Wochenchart, also das Preisniveau, auf dem im betrachteten Zeitraum am meisten gehandelt wurde. Solche Niveaus wirken wie Magnete, weil dort besonders viele Marktteilnehmer positioniert sind.

Ein zweites, tieferes Ziel liegt bei rund 57.700 Dollar. Dazwischen liegt eine Marke bei 61.000 Dollar, die auch marktweit als Unterstützung beachtet wird.

Der praktische Punkt daran: Statt auf ein einziges Ziel zu warten, nimmt Florian unterwegs Teilgewinne mit. Das senkt den Druck auf die Position und macht das Ergebnis unabhängiger davon, ob das entfernteste Ziel tatsächlich erreicht wird.

Derselbe Ansatz im Wochenchart: Point of Control in der Mitte, darüber und darunter die Grenzen der Value Area. Daraus ergeben sich die Kursziele. Trading kann so auch langfristige Investitionsentscheidungen verbessern.

Derselbe Ansatz im Wochenchart: Point of Control in der Mitte, darüber und darunter die Grenzen der Value Area. Daraus ergeben sich die Kursziele.

Häufige Fragen

Was ist das nächste Kursziel für Bitcoin?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. In der beschriebenen Analyse dienen der Point of Control aus dem Wochenchart sowie die Marken bei rund 61.000 und 57.700 Dollar als Ziele. Marktweit gelten 62.500 und 60.000 Dollar als beachtete Unterstützungen. Das sind Orientierungspunkte, keine Prognosen.

Kann man Bitcoin shorten?

Ja, über Futures oder Perpetual-Kontrakte auf entsprechenden Handelsplätzen. Du setzt dabei auf fallende Kurse.

Woher weiß ich, ob ich long oder short traden sollte?

Aus der Struktur im Chart, nicht aus der Meinung zum Asset. In einer Seitwärtsphase handelt man von einer Kante der Spanne zur anderen, in einem Trend eher mit dem Trend.

Warum liegt der Stop-Loss nicht direkt am Level?

Weil sich oberhalb markanter Hochs Aufträge ansammeln, die häufig kurz abgeholt werden, bevor der Kurs dreht. Ein Stop-Loss exakt auf dem Hoch wird bei dieser Bewegung ausgelöst, obwohl die Analyse stimmt.

Was bedeutet Point of Control?

Das Preisniveau, auf dem in einem betrachteten Zeitraum das meiste Volumen gehandelt wurde. Der Kurs kehrt überdurchschnittlich oft dorthin zurück, deshalb eignet es sich als Kursziel.

Fazit

Der Trade läuft zum Zeitpunkt dieses Artikels noch, und wie er ausgeht, ist offen. Genau das ist der Punkt: Ein sauberes Setup ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung mit begrenztem Verlust. Eine Garantie liefert es nicht.

Was du aus dem Video mitnehmen kannst, ist die Reihenfolge. Erst die Level markieren, dann die Struktur bestimmen, dann auf mehrfache Bestätigung warten und erst danach einsteigen. Mit einem Stop-Loss, der genug Luft hat, und mit Zielen, die vorher feststehen.

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Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung und keine Anlageberatung. Beschriebene Positionen sind Beispiele, keine Empfehlungen. Der Handel mit Hebelprodukten ist mit erheblichen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.

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