Gold hat in der Woche vom 3. bis 9. August 2026 um 7,34 Prozent zugelegt, der stärkste Wochengewinn seit Januar. Neun Tage vorher hatte Florian Sondershausen den Goldmarkt in einem Video analysiert und genau diese Bewegung nach oben als wahrscheinlich beschrieben.
Interessant ist nicht der Treffer der Analyse sondern, wie er zu dieser Einschätzung gekommen ist und wie du diese Analyse selbst vornehmen kannst. Denn dafür brauchte er weder ein Dutzend Indikatoren noch eine Glaskugel. Wir ordnen die wichtigsten Punkte aus der Analyse ein und beantworten die Fragen, die im Goldmarkt gerade am häufigsten gestellt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Gold schloss die Woche zum 9. August bei rund 4.340 Dollar, nach einem Plus von 7,34 Prozent.
- Trotz dieser Erholung liegt der Kurs rund 22 Prozent unter dem Allzeithoch vom Januar 2026 bei etwa 5.600 Dollar. Im großen Bild läuft weiterhin eine Korrektur.
- Der Zonenbereich zwischen 4.300 und 4.400 Dollar war bis Juni eine Unterstützung und wirkt seither als Widerstand. Genau dort steht der Kurs jetzt.
- Für das Traden zählt weniger die Prognose als die Frage, zwischen welchen Preisbereichen sich der Markt bewegt und wo darin ein Einstieg mit begrenztem Risiko möglich ist.
Was der Goldpreis gerade macht

Bis Anfang 2026 kannte Gold im Wesentlichen eine Richtung und lief bis auf knapp 5.600 Dollar. Seit dem Hoch im Januar 2026 läuft eine Korrektur, die den Kurs bis Ende Juli auf rund 4.000 Dollar zurückgeführt hat.
Die vergangene Woche war die kräftigste Gegenbewegung in dieser Korrektur. Sie ändert das übergeordnete Bild allerdings noch nicht. Der Kurs steht jetzt genau in dem Bereich zwischen 4.300 und 4.400 Dollar, der bis Juni als Unterstützung getragen hat und seither als Widerstand wirkt. Solche Zonen sind für Trader die eigentlich interessanten Stellen im Chart, weil dort besonders viele Aufträge liegen.
Wird Gold weiter steigen oder wieder fallen?
Um dies Einzuordnen arbeiten professionelle Trader mit Wahrscheinlichkeiten statt mit Prognosen. Die praktisch nutzbare Frage lautet: In welcher Spanne bewegt sich der Kurs gerade, wo liegen die Bereiche mit dem größten Interesse, und wo kann ich mit einem klar begrenzten Risiko einsteigen? Wo Gold in sechs Monaten steht, spielt für diese Entscheidung keine Rolle.
Ein struktureller Punkt spricht bei Gold trotzdem langfristig für die Aufwärtsseite. Gold wird in US-Dollar gemessen, und der Dollar verliert über lange Zeiträume an Kaufkraft. Wer Gold hält, hält damit auch eine Wette gegen die Entwertung von Papiergeld. Deshalb bevorzugen viele Trader in diesem Markt Long-Positionen, also Käufe.
Aus dieser Logik folgt keine Einbahnstraße. Nach dem Hoch von 1980 brauchte Gold rund 28 Jahre bis zum nächsten ATH. Auch die aktuelle Korrektur von über 20 Prozent zeigt, dass “steigt langfristig” und “steigt in den nächsten Monaten” zwei verschiedene Aussagen sind. Wer das verwechselt, sitzt Verluste aus, die er nicht aussitzen müsste.
Die Analyse: Florians Vorgehen in unter 15 Minuten
Im Video zeichnet Florian Sondershausen den Goldmarkt live durch, vom Wochenchart bis in den Minutenchart, und zeigt dabei sein komplettes Vorgehen inklusive der konkreten Einstiegsmodelle.
🎥 Das vollständige Video findest du hier: Gold Trading erklärt: So findest du die besten Einstiege
Die wichtigsten Bausteine daraus ordnen wir im Folgenden ein:
Der Ablauf: von oben nach unten, nicht umgekehrt
Der häufigste Fehler von Einsteigern ist, direkt im kleinen Zeitfenster nach einem Einstieg zu suchen. Dort sieht jede Kerze nach einem Trendwechsel aus. Profis gehen den umgekehrten Weg und arbeiten sich von der großen Zeiteinheit nach unten, im Fachjargon eine “Top-Down-Analyse” genannt.
Schritt 1: Markante Punkte im Wochenchart
Zuerst kommen horizontale Linien an die auffälligen Hochs und Tiefs. Diese Punkte sind für den Markt deshalb relevant, weil dort in der Vergangenheit viel gehandelt wurde und entsprechend viele Aufträge liegen. In der Szene heißen sie Liquiditätszonen, klassisch nennt man sie Unterstützung und Widerstand. Die Bezeichnung ist zweitrangig, der Effekt ist derselbe: An diesen Stellen reagiert der Kurs überdurchschnittlich oft.

Wie diese Zonen entstehen und wie du sie selbst im Chart findest, erklären wir ausführlich in unserem Artikel zur Chartanalyse und Marktstruktur.
Schritt 2: Wo wurde wirklich gehandelt?
Im zweiten Schritt geht es um das Volumen. Mit einem Volumenprofil über einen ausgewählten Kursbereich lässt sich sichtbar machen, auf welchen Preisniveaus das meiste Geld bewegt wurde.
Drei Begriffe tauchen dabei auf:
- Point of Control: das Preisniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen in der betrachteten Spanne. Der Markt kehrt oft dorthin zurück.
- Value Area High und Value Area Low: die obere und untere Grenze des Bereichs, in dem der Großteil des Handels stattfand.

Daraus ergibt sich das Bild einer Balance, also einer Spanne, in der sich Käufer und Verkäufer einig sind. Zwischen zwei solchen Balancen liegen Bereiche, die der Markt schnell durchläuft. Genau dieses Wechselspiel handeln viele Trader: Von einer Balance in die nächste.
Trader handeln eben von Level zu Level und nicht aus dem Bauchgefühl heraus, wo der Kurs wünschenswerterweise in einem Monat oder einem Jahr stehen könnte.
Schritt 3: Bestätigung durch Divergenzen
Erst wenn die Struktur steht, kommen Indikatoren ins Spiel, und zwar zur Bestätigung statt zur Entscheidungsfindung.
Florian nutzt dafür den hauseigenen Analyzer B und sucht darin nach Divergenzen, also nach Unstimmigkeiten zwischen Kurs und Indikator. Läuft der Kurs nach oben, während der Indikator nach unten dreht, verliert die Bewegung an Kraft. Umgekehrt genauso. Ergänzend liefern ein Stochastik-Indikator einen präziseren Einstiegszeitpunkt und ein Geldfluss-Indikator die Antwort auf die Frage, ob tatsächlich Kapital in den Markt fließt.

Was ist der Analyzer B?
Ein individuell optimierter, eigener Indikator, der von unseren Tradern bei Haag Sondershausen Consulting in Koblenz laufend gepflegt und weiterentwickelt wird. Er fasst mehrere Faktoren in einer Ansicht zusammen, unter anderem Momentum, Trendstärke, Geldfluss und viele mehr. Unsere Version haben wir von Grund auf neu gebaut, damit sie regelmäßig Updates bekommt und auf dem aktuellen Stand bleibt.
Schritt 4: der Einstieg im kleinen Zeitfenster
Erst ganz am Ende geht es in den 15-Minuten- oder Minutenchart. Die Richtung steht zu diesem Zeitpunkt schon aus der Makroanalyse fest, hier geht es nur noch um die Frage, an welcher Stelle genau du einsteigst.
Hilfreich sind hier zusätzlich die Eröffnungskurse: der Tagesbeginn und die Eröffnungen der großen Handelssitzungen, etwa New York. Auch das sind Punkte, an denen viele Aufträge liegen.

Zu jedem Einstieg gehören von Anfang an zwei weitere Werte: der Stop-Loss und das Kursziel. Wer nur den Einstieg plant, hat keinen Trade geplant, sondern eine Hoffnung. Wie du einen Stop-Loss sinnvoll setzt, steht in unserem Artikel Stop-Loss richtig setzen, und was ein tragfähiges Verhältnis von Chance zu Risiko ausmacht, erklärt unser Glossar zum Chance-Risiko-Verhältnis.
Der wichtigste Satz aus dem Video
Gegen Ende bringt Florian den Kern auf den Punkt: Ob du mit Fair Value Gaps, Orderblöcken, Volumen oder gleitenden Durchschnitten arbeitest, macht weniger Unterschied, als die meisten glauben. Viele dieser Werkzeuge beschreiben dasselbe Phänomen mit anderen Namen.
Was den Unterschied macht, ist ein fester Ablauf. Eine saubere Struktur, klare Regeln und ein Vorgehen, das du bei jedem Trade identisch wiederholst. Erst daraus wird ein replizierbares System, dessen Ergebnisse du überhaupt beurteilen kannst.
Der zweite Punkt, der im Video mehrfach durchklingt: Geduld. Wenn kein sauberes Setup vorliegt, ist Nichtstun die richtige Entscheidung.
Oder anders gesagt: Nicht zu traden ist manchmal der bessere Trade.
Genau daran scheitern die meisten Trader, und warum das so ist, haben wir in unserem Cornerstone-Artikel Warum verlieren die meisten Trader Geld? aufgeschrieben.
Warum Gold ein guter Markt zum Üben ist
Gold hat für Einsteiger ein paar angenehme Eigenschaften. Der Markt ist tief und liquide, die Bewegungen sind sauberer als bei vielen Einzelaktien, und die langfristige Aufwärtstendenz erlaubt es, sich zunächst auf eine Richtung zu konzentrieren. Wer nur nach Kaufgelegenheiten sucht, hat die Hälfte der Entscheidungen bereits abgeräumt.
Die Falle liegt woanders. Weil Gold als sicherer Hafen gilt, unterschätzen viele Anfänger, wie heftig die Ausschläge sein können. Über 20 Prozent Rückgang seit Januar sind in diesem Markt eine ganz normale Korrektur. Ohne Stop-Loss und ohne saubere Positionsgröße wird daraus trotzdem schnell ein Problem.
Falls du erst herausfinden willst, ob Gold überhaupt dein Markt ist, hilft unser Artikel Welcher Trading-Markt passt zu deinem Einstieg? bei der Einordnung. Und bevor echtes Geld im Spiel ist, lässt sich der komplette Ablauf risikofrei auf einem Demokonto durchspielen.
Häufige Fragen zum Gold-Trading
Wie tradet man Gold?
Der Ablauf ist unabhängig vom Produkt (Gold kann man als Future auf Tradingbörsen, aber auch als tokenisierte Form auf vielen Kryptobörsen handeln) derselbe: Marktstruktur im großen Zeitfenster bestimmen, Zonen mit hohem Handelsinteresse markieren, Richtung festlegen und den Einstieg im kleinen Zeitfenster suchen. Stop-Loss und Kursziel stehen vor dem Einstieg fest.
Wird der Goldpreis 2026 weiter steigen?
Eine belastbare Prognose gibt es nicht. Fakt ist: Gold liegt aktuell rund 22 Prozent unter dem Januar-Hoch und steht an einem Widerstandsbereich zwischen 4.300 und 4.400 Dollar. Bricht der Kurs darüber, öffnet sich Raum nach oben. Scheitert er dort, ist ein erneuter Test der Tiefs um 4.000 Dollar wahrscheinlich.
Welcher Zeitrahmen eignet sich für Gold-Trading?
Alle, solange du sie kombinierst. Die Richtung kommt aus Wochen- und Tageschart, der Einstieg aus dem 15-Minuten- oder Minutenchart. Wer ausschließlich im kleinen Zeitfenster arbeitet, handelt ohne Kontext.
Brauche ich viele Indikatoren zum Gold-Trading?
Nein. Zwei oder drei reichen, wenn sie unterschiedliche Fragen beantworten, etwa Struktur, Momentum und Geldfluss. Mehr Indikatoren erzeugen meist mehr Widersprüche statt mehr Klarheit.
Ist Gold besser als Bitcoin?
Beide gelten als Absicherung gegen Geldentwertung, verhalten sich im Alltag aber unterschiedlich. Gold ist ruhiger und breiter akzeptiert, Bitcoin schwankungsfreudiger und jünger. Mehr dazu in unserem Artikel Bitcoin, das digitale Gold.
Fazit
Gold-Trading wird nicht dadurch besser, dass du mehr Indikatoren auf den Chart lädst. Es wird besser, wenn du einen festen Ablauf hast: von der großen Zeiteinheit nach unten arbeiten, die Bereiche mit dem höchsten Handelsinteresse markieren, die Richtung festlegen und den Einstieg erst danach suchen. Mit Stop-Loss und Kursziel, bevor die Position steht.
Wie das konkret im Chart aussieht, siehst du am besten in Florians Analyse. Die knapp 15 Minuten lohnen sich, weil dort jeder einzelne Schritt live durchgezogen wird.
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Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung und keine Anlageberatung. Der Handel mit Hebelprodukten und anderen Finanzprodukten ist mit erheblichen Risiken verbunden.


