Bitcoin steigt nach dem Rücksetzer der vergangenen Woche wieder, die kurzen Zeitfenster sind bullisch. Gleichzeitig nähert sich der Wochenchart einem Warnsignal. Florian Sondershausen hat diese Lage am Sonntag, 11. Oktober 2026, in einem kurzen Marktupdate geordnet: erst die Fundamentaldaten, dann der Chart, dann der Plan für die laufende Position.
Wir zeigen, wie dieser Ablauf funktioniert, warum das Gewinnziel am Golden Pocket liegt und was ein überkaufter Wochenchart für einen kurzfristigen Long bedeutet.
Das Video in Kürze
- Vor dem Chart prüft Florian die Lage am Gesamtmarkt: Funding Rates, Spot-ETFs, Hashrate und die Entwicklung einzelner Sektoren.
- Auffälligster Wert der Woche ist STRK, der Token des Netzwerks Starknet, mit rund 100 % Plus.
- Bitcoin steht bei rund 83.000 USD. Florians Long läuft, das Ziel liegt am Golden Pocket bei rund 85.400 USD.
- Im Wochenchart steht der Oszillator bereits im überkauften Bereich. Florian rechnet in ein bis zwei Wochen mit einem Verkaufssignal und einer Korrektur.
- Sein Fazit: kurzfristig nur auf der Long-Seite, Gewinne am Ziel mitnehmen, danach neu bewerten.
Die Lage am 11. Oktober
Bitcoin hatte in der Woche davor deutlich nachgegeben. Am 6. Oktober stand der Kurs noch bei knapp 86.000 USD, in der Nacht zum 9. Oktober fiel er bis auf rund 81.600 USD. Seitdem erholt er sich langsam. Am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr, zur Zeit der Aufnahme, lag er bei rund 83.000 USD (Kursdaten von CoinGecko, Stand 11. Oktober 2026, 9 Uhr).
Die Frage aus der Community, mit der Florian einsteigt, lautet: Kann Bitcoin noch einmal Richtung 70.000 USD fallen? Das wären von hier aus rund 16 % Verlust. Eine Zahl als Antwort gibt das Video nicht. Es zeigt stattdessen, woran man erkennt, ob ein Rücksetzer wahrscheinlicher wird.
Erst der Markt, dann der Chart
Florian beginnt mit einem schnellen Rundgang durch die Daten, bevor er den Bitcoin-Chart öffnet. Das ist die Reihenfolge, die viele Trader nutzen: Die Fundamentalanalyse liefert den Rahmen, die Chartanalyse den Zeitpunkt. Wie beide Ansätze sich unterscheiden und ergänzen, erklären wir im Beitrag Chartanalyse oder Fundamentalanalyse.
Zuerst schaut er auf den Derivatemarkt. Die Funding Rates für Bitcoin-Perpetuals lagen bei den großen Börsen nahe null, teils leicht im Minus. Das ist die Gebühr, die bei unbefristeten Terminkontrakten zwischen Long- und Short-Seite fließt. Ein Wert um null heißt: Keine Seite ist übermäßig gehebelt, der Markt ist ruhig. Auch bei den großen Spot-ETFs wie dem iShares Bitcoin Trust (IBIT) sah er keine auffälligen Bewegungen. Welche Bitcoin-ETFs es in den USA gibt, steht in unserer Übersicht der Krypto-ETFs 2026.
Als dritten Punkt prüft Florian auf Glassnode die Hashrate, also die gesamte Rechenleistung, mit der Miner das Bitcoin-Netzwerk absichern. Sie gilt als Maß dafür, wie viel Kapital in das Netzwerk fließt. Kurzfristig schwankt sie stark, aussagekräftig ist vor allem der Trend über Monate. Wie man solche Daten liest, erklärt unser Beitrag On-Chain-Daten verstehen.
Sektoren und ein Ausreißer: STRK
Im nächsten Schritt geht es um die Frage, wo im Kryptomarkt gerade Geld hineinfließt. Laut Florians Übersicht stiegen in der zurückliegenden Woche Bitcoin, Ethereum und die großen Blockchain-Netzwerke. Er nennt dabei Tron, BNB Chain und Ethereum. Fachlich sind das Layer-1-Netzwerke, also eigenständige Blockchains mit eigenem Coin; im Video heißen sie Layer 2.
Der Unterschied zwischen Coin und Token ist der Kern dieses Abschnitts. Ein Coin gehört zu einer eigenen Blockchain, etwa ETH zu Ethereum. Ein Token ist auf einer bestehenden Blockchain programmiert und nutzt deren Infrastruktur. Florians Beispiel ist STRK, der Token von Starknet. Starknet ist ein Layer-2-Netzwerk auf Ethereum, also eine zusätzliche Ebene, die Transaktionen bündelt und günstiger macht.
STRK hatte sich innerhalb einer Woche ungefähr verdoppelt. Laut CoinGecko stieg der Kurs vom 7. bis zum 11. Oktober von rund 0,05 auf rund 0,11 USD (STRK bei CoinGecko, Stand 11. Oktober 2026).

Für solche Bewegungen bringt Florian die Trendfolge ins Spiel. Wer einem Trend folgt, wartet nach einem Anstieg auf eine leichte Korrektur innerhalb des Trends und steigt erst dann ein. Die steilste Kerze lässt er aus. Nach einem Plus von 100 % in wenigen Tagen sind Rücksetzer allerdings oft heftig. Der Stop-Loss gehört deshalb schon vor dem Einstieg fest.
Der Bitcoin-Plan: Long mit festem Ziel
Fundamental sieht Florian Bitcoin gut aufgestellt. Im Video trennt er dabei klar zwischen zwei Zeithorizonten: dem langfristigen Halten von Bitcoin und dem kurzfristigen Trade. Für den Trade zählt der Chart.
Seine Long-Position läuft seit dem Tief der Woche. Das Ziel liegt an zwei Marken, die im Chart zusammenfallen: am Golden Pocket und an der oberen Kante seines Volumenprofils. Das Golden Pocket ist eine Zone aus dem Fibonacci-Retracement, einem Werkzeug, das Rücksetzer und Erholungen in festen Anteilen einer vorherigen Bewegung misst. Viele Trader beobachten sie, weil der Kurs dort häufig reagiert, und das verstärkt den Effekt. Beide Marken liegen bei rund 85.400 USD, knapp 3 % über dem Kurs zur Zeit des Videos. Der Stop-Loss liegt unter einer Marke um 80.000 USD, die Florian als S/R-Flip markiert hat: ein Preisniveau, das früher Widerstand war und jetzt als Unterstützung dient.

Die Logik dahinter: Ein Long gegen ein sich abzeichnendes Warnsignal im großen Zeitfenster braucht ein klares, nahes Ziel. Je näher das Ziel, desto geringer die Gefahr, dass der Markt vorher dreht. Wer in einer Seitwärtsphase handelt, und darin verbringt Bitcoin nach einer verbreiteten Faustregel den größten Teil der Zeit, nimmt Gewinne an den Kanten mit, statt auf den großen Ausbruch zu hoffen.
Das Warnsignal im Wochenchart
Der Grund für die Vorsicht liegt im großen Zeitfenster. In Florians Signaltabelle steht der Wochenwert seines Oszillators bei 91 und ist rot markiert. Das heißt: überkauft. Monat, Tag und die kleineren Zeitfenster zeigen dagegen nach oben. Wie Oszillatoren aufgebaut sind und warum eine gedrehte Linie allein noch kein Signal ist, haben wir im Beitrag Bitcoin long oder short erklärt.
Im Wochenchart markiert der Oszillator frühere Hochs im roten Bereich mit einem roten Punkt, im Video der „Red Dot“. Nach diesen Punkten folgten Rücksetzer. Aktuell steigt die Linie gerade in den roten Bereich, der Punkt ist noch nicht gesetzt. Florian rechnet in der nächsten oder übernächsten Woche damit.

Dazu kommt eine Divergenz im Tageschart, im Chart als „D1 DIV S“ beschriftet, im Video eine „Unstimmigkeit“. Eine bärische Divergenz liegt vor, wenn der Kurs ein neues Hoch macht, der Oszillator aber ein niedrigeres. Der Schwung hinter der Bewegung lässt dann nach.
Für den kurzfristigen Trader folgt daraus ein klarer Plan. Solange die kleinen Zeitfenster bullisch sind, handelt er nur Longs. Am Ziel nimmt er Gewinne mit. Danach bewertet er neu, ob das Wochensignal dreht. Ein Short gegen den laufenden Aufwärtsschub wäre zu früh, ein neuer Long nach dem Ziel zu spät.
Erklärt für Einsteiger
S/R-Flip
S/R steht für Support und Resistance, also Unterstützung und Widerstand. Ein S/R-Flip ist eine Preismarke, die ihre Rolle gewechselt hat. Ein Beispiel: Bitcoin scheitert mehrmals an 80.000 USD, die Marke wirkt als Widerstand. Dann bricht der Kurs darüber und kommt später von oben zurück. Hält die Marke jetzt, dient sie als Unterstützung. Trader legen ihren Stop-Loss gern knapp unter eine solche Marke. Fällt der Kurs darunter, hat der Flip nicht gehalten und die Idee ist widerlegt.
Fazit
Das Sonntagsupdate zeigt einen Ablauf, der über den Tag hinaus trägt. Erst den Markt prüfen, dann den Chart, dann den Plan mit festem Ziel und festem Stop.
Wenn kleine und große Zeitfenster auseinanderlaufen, ist ein kurzer Long mit nahem Ziel eine saubere Lösung. Das Warnsignal im Wochenchart entscheidet nicht über den heutigen Trade. Es entscheidet darüber, was nach dem Ziel kommt.
Häufige Fragen zur Bitcoin-Prognose im Oktober 2026
Kann Bitcoin noch einmal auf 70.000 USD fallen?
Eine verlässliche Prognose dafür gibt es nicht, und eine Empfehlung geben wir nicht. Von rund 83.000 USD am 11. Oktober 2026 wären 70.000 USD ein Minus von etwa 16 %. Ein überkaufter Wochenchart spricht für einen Rücksetzer, sagt aber nichts über dessen Tiefe. Wichtiger als ein Kursziel ist die Frage, an welcher Marke die eigene Position widerlegt wäre.
Was ist der Unterschied zwischen Coin und Token?
Ein Coin ist die eigene Währung einer Blockchain, etwa BTC bei Bitcoin oder ETH bei Ethereum. Mit ihm werden die Gebühren im Netzwerk bezahlt. Ein Token läuft auf einer fremden Blockchain und wird dort per Smart Contract erzeugt. Beispiele sind Stablecoins wie USDC oder Projekt-Token wie STRK.
Warum schauen Trader auf die Hashrate?
Die Hashrate zeigt, wie viel Rechenleistung das Bitcoin-Netzwerk absichert. Steigt sie über Monate, investieren Miner in neue Geräte und rechnen mit Erträgen. Fällt sie deutlich, kann das auf Druck bei den Minern hindeuten, die dann mehr Bitcoin verkaufen müssen. Für den einzelnen Trade ist sie ein Hintergrundwert, kein Einstiegssignal.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die beschriebenen Szenarien geben die Einschätzung aus dem Video vom 11. Oktober 2026 wieder und sind keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf. Der Handel mit Kryptowährungen und gehebelten Produkten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.


