Öffnet in einem neuen Tab
Das Trading Glossar

Perpetual

Geschrieben von
Haag Sondershausen
Veröffentlicht
September 27, 2026

Ein Perpetual ist ein Terminkontrakt ohne Verfallstag. Ein Terminkontrakt ist eine Vereinbarung über Kauf oder Verkauf eines Wertes zu einem vorher festgelegten Preis, normalerweise mit festem Stichtag. Genau der fehlt beim Perpetual. Der Kontrakt bildet den Kurs eines Basiswerts ab, meist Bitcoin oder eine andere große Kryptowährung, und bleibt so lange offen, wie genug Sicherheit auf dem Handelskonto liegt.

Bei einem klassischen Terminkontrakt endet die Position an einem festen Datum. Wer länger dabeibleiben will, muss rollen: den auslaufenden Kontrakt schließen und den nächsten eröffnen, oft zu einem anderen Preis. Beim Perpetual entfällt dieser Schritt.

Warum der fehlende Stichtag im Alltag zählt

Der Unterschied zeigt sich darin, was beim Planen wegfällt. Kein Einstiegstermin, kein Ausstiegstermin, kein Datum, an dem die Position ohne dein Zutun endet. Du legst den Einstieg fest, dazu den Stop-Loss als Verlustgrenze und den Take-Profit als Kursziel. Danach läuft der Trade nach deinem Plan weiter, über Nacht und über das Wochenende. Ob eine Position offen bleiben kann, hängt am Kontostand und nicht am Kalender.

Wie sich diese beiden Marken technisch über eine Order absichern lassen, steht in unserem Artikel zu den Ordertypen im Trading. Wie lange eine Position üblicherweise offen bleibt, hängt am Handelsstil: Daytrading, Swing-Trading oder langfristig investieren.

Wie die Funding-Rate den Kontrakt am Markt hält

Ohne Verfallstag fehlt der Mechanismus, der einen gewöhnlichen Terminkontrakt zum Schluss an den echten Marktpreis heranführt. Diese Aufgabe übernimmt die Funding-Rate, eine Zahlung der Handelnden untereinander, an den großen Börsen meist alle acht Stunden.

Liegt der Preis des Kontrakts über dem Kurs am Spotmarkt, also am Markt für die sofortige Lieferung, zahlen die Käufer an die Verkäufer. Liegt er darunter, läuft die Zahlung in die Gegenrichtung. Wer auf der teureren Seite steht, zahlt also laufend, und dieser Druck zieht den Kontraktpreis zurück an den Kurs des Basiswerts.

Ein Beispiel: Bei einer Funding-Rate von 0,01 Prozent alle acht Stunden kostet eine Position über 10.000 US-Dollar dreimal am Tag einen Dollar. Das sind 3 US-Dollar am Tag und rund 90 im Monat, unabhängig davon, wie der Trade läuft.

Häufiges Missverständnis

Endlos laufend klingt so, als könnte eine Position beliebig lange unangetastet bleiben. Zwei Dinge setzen ihr trotzdem ein Ende.

Das erste ist die Funding-Rate. Sie fällt in jeder Runde an, solange du auf der zahlenden Seite stehst, und summiert sich über Wochen zu einem spürbaren Betrag.

Das zweite ist die Sicherheitsleistung, im Handel Margin genannt. Reicht sie nicht mehr aus, um den laufenden Verlust zu decken, schließt die Börse die Position von sich aus. Dieser Vorgang heißt Liquidation, und je größer der Hebel, desto näher liegt die Schwelle am Einstieg. Wie sich der Punkt berechnet, ab dem die Börse schließt, steht im Glossareintrag zur Liquidation. Der Kontrakt läuft unbegrenzt, das Konto dahinter nicht. Wo die eigene Grenze liegt, entscheidet sich beim Festlegen der Verlustgrenze vor dem Einstieg.

Erlerne die Kunst des Tradings
Jetzt Termin vereinbaren