Japan kommt einem großen Ziel näher. Ein Ausschuss des Oberhauses hat ein Gesetz gebilligt, das den Weg für Bitcoin-ETFs frei macht und die Steuer auf Krypto-Gewinne deutlich senkt. Es ist ein weiterer Schritt in Japans Wandel zu einem der krypto-freundlichsten Länder der Welt.
Der Kern: Bitcoin, Ethereum, XRP und rund hundert weitere Kryptowährungen sollen künftig als Finanzinstrumente gelten. Also im selben Gesetz geregelt werden wie Aktien und Anleihen.
Was der Ausschuss beschlossen hat
Konkret wandert Krypto unter das japanische Finanzmarktgesetz, im Kürzel FIEA. Damit gelten für digitale Vermögenswerte künftig ähnliche Regeln wie für Wertpapiere, etwa strengere Offenlegungspflichten und ein Verbot von Insiderhandel.
Ganz durch ist das Gesetz aber noch nicht. Der Ausschuss ist nur eine Station. Es fehlen die vollständige Abstimmung im Oberhaus, die offizielle Verkündung durch die Regierung und danach die konkreten Ausführungsregeln der Finanzaufsicht FSA. Das Unterhaus hatte bereits im Juni zugestimmt. Japan steht also, wie es ein Bericht formuliert, nur noch eine Abstimmung vor dem Ziel.
Warum das Bitcoin-ETFs möglich macht
Der spannendste Teil für Anleger sind die ETFs. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. Ein Bitcoin-Spot-ETF hält echtes Bitcoin und bildet dessen Kurs ab. Der Vorteil: Du kaufst Anteile einfach über dein Wertpapierdepot, ganz ohne eigene Wallet und ohne dich um die Verwahrung kümmern zu müssen.
Genau das war in Japan bisher nicht erlaubt. Erst die Einstufung als Finanzinstrument macht solche Fonds möglich. Greifen soll die neue Einordnung im Steuerjahr 2027. Die ersten Krypto-ETFs an der Börse in Tokio werden für Ende 2027 oder 2028 erwartet. In den USA gibt es solche Produkte längst, einen Überblick dazu findest du in unserem Artikel zu den Krypto-ETFs in den USA.
Die Steuer fällt von 55 auf 20 Prozent
Der zweite große Punkt ist die Steuer. Bisher werden Krypto-Gewinne in Japan mit bis zu 55 Prozent besteuert. Künftig soll ein fester Satz von 20 Prozent gelten, gleichgestellt mit Aktien. Wirksam werden soll das ab 2028. Zum Vergleich: In Deutschland geht die Entwicklung gerade in eine andere Richtung, wie wir in unserer Analyse zur Krypto-Steuer beschrieben haben.
Teil einer größeren Bewegung
Der Schritt passt ins Bild. Japan baut sein Krypto-Fundament gerade an mehreren Fronten aus. Erst vor wenigen Tagen kündigte der Finanzriese SBI ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Solana Foundation an, um den Finanzmarkt auf die Blockchain zu heben. Mehr dazu in unserem Artikel Japan baut seinen Finanzmarkt auf die Blockchain.
Dass es das Land ernst meint, zeigt auch die härtere Gangart bei Verstößen. Wer künftig ohne Lizenz ein Krypto-Geschäft betreibt, dem drohen statt drei nun bis zu zehn Jahre Haft. Für dich als Anleger in Deutschland ändert sich kurzfristig nichts. Doch Japan setzt ein deutliches Signal, wohin die Reise bei der institutionellen Krypto-Adoption geht. Im Auge behalten sollte man vor allem, ob die letzte Abstimmung wie erwartet durchgeht.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.


