Die Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Broker blockiert, solange eine gehebelte Position offen ist. Es ist eigenes Geld, das der Broker als Puffer festhält und nach dem Schließen der Position wieder freigibt. Eine Gebühr ist damit nicht verbunden.
Wie sich die Margin berechnet
Die Margin ergibt sich aus dem Positionswert geteilt durch den Hebel. Wer eine Position über 10.000 Euro mit Hebel 20 eröffnet, muss 500 Euro hinterlegen. Bei Hebel 5 wären es 2.000 Euro für dieselbe Position.
Unterschieden werden zwei Werte. Die Initial Margin ist der Betrag, der zum Eröffnen nötig ist. Die Maintenance Margin ist der Betrag, der mindestens vorhanden bleiben muss, damit die Position offen bleiben darf.
Was passiert, wenn die Margin nicht mehr reicht
Läuft die Position ins Minus, schrumpft der freie Teil des Kontos. Unterschreitet er die Maintenance Margin, meldet sich der Broker mit einer Aufforderung, Geld nachzulegen oder Positionen zu verkleinern. Das ist der Margin Call.
Reagiert der Trader nicht, schließt der Broker selbst. In der Europäischen Union geschieht das spätestens, wenn das Konto auf die Hälfte der ursprünglich hinterlegten Sicherheitsleistung aller offenen Positionen gefallen ist. Diese Liquidation ist eine Vorschrift zum Schutz beider Seiten.
Ein Beispiel mit Bitcoin
Konto 2.000 Euro, Long-Position über 0,1 Bitcoin bei einem Kurs von 80.000 Euro. Der Positionswert liegt bei 8.000 Euro. Mit Hebel 10 bindet die Börse 800 Euro als Initial Margin, 1.200 Euro bleiben frei. Angenommen, die Wartungsmarge beträgt 0,5 Prozent des Positionswerts, also 40 Euro. Dann wird die Position geschlossen, sobald der Verlust rund 760 Euro erreicht. Das entspricht einem Kursrückgang von 9,5 Prozent, also einem Kurs von etwa 72.400 Euro.
Isolated Margin und Cross Margin: was ist der Unterschied?
Kryptobörsen bieten zwei Arten an, die Sicherheitsleistung zu führen. Die Wahl entscheidet darüber, wie viel Geld eine einzelne Position im schlechtesten Fall mitnehmen kann.
| Isolated Margin | Cross Margin | |
|---|---|---|
| Was als Sicherheit dient | nur der Betrag, der dieser Position zugewiesen ist | das gesamte Guthaben des Handelskontos |
| Größter Verlust einer Position | die zugewiesene Margin | im Extremfall das ganze Konto |
| Liquidation | früher, weil der Puffer klein ist | später, weil das Guthaben nachschiebt |
| Geeignet für | einzelne Trades mit festem Risiko | abgesicherte Positionen, die sich ausgleichen |
Im Beispiel oben war die Margin isoliert: Mehr als 800 Euro kann die Position nicht kosten. Im Cross-Modus würden die freien 1.200 Euro still mit haften. Die Liquidation käme später, im Ernstfall wäre dafür das ganze Konto betroffen. Für den Einstieg ist der isolierte Modus die übersichtlichere Wahl, weil der größte mögliche Verlust je Position vorher feststeht.
Freie Margin und Margin-Level
Drei Zahlen auf der Handelsplattform hängen direkt zusammen. Das Eigenkapital ist das Guthaben plus oder minus der laufenden Gewinne und Verluste. Die freie Margin ist das Eigenkapital abzüglich der gebundenen Sicherheitsleistung, also das, was für neue Positionen übrig ist. Das Margin-Level setzt beides ins Verhältnis: Eigenkapital geteilt durch gebundene Margin, in Prozent.
Mit 2.000 Euro Eigenkapital und 800 Euro gebundener Margin liegt das Margin-Level bei 250 Prozent. Fällt das Eigenkapital durch Verluste auf 400 Euro, sind es 50 Prozent. An dieser Marke müssen Broker in der EU Positionen von Privatkunden schließen.
Häufiges Missverständnis
Viele lesen die Margin als Preis der Position und glauben deshalb, mehr Geld zu besitzen, als tatsächlich frei verfügbar ist. Der freie Kontostand ist aber nur das, was nach Abzug aller blockierten Margin übrig bleibt. Wer mehrere Positionen gleichzeitig hält, bindet mehrfach Sicherheitsleistung und merkt oft erst beim Margin Call, wie wenig Puffer noch da war.
Für wen das zählt
Für alle, die mit Hebel handeln, also im Forex-, CFD- und Futures-Handel sowie bei Krypto-Derivaten. Wer ausschließlich Aktien oder ETFs kauft und bezahlt, kommt mit Margin nicht in Berührung.
Welche Hebelgrenzen in der EU gelten und wann der Broker eine Position automatisch schließt, erklärt der Artikel CFDs und Hebelprodukte einfach erklärt.
