Der Relative Strength Index, kurz RSI, ist ein Indikator, der die Stärke der jüngsten Kursbewegungen auf einer Skala von 0 bis 100 misst. Er vergleicht dafür die durchschnittlichen Gewinne mit den durchschnittlichen Verlusten über einen festgelegten Zeitraum, üblicherweise 14 Kerzen.
Der RSI gehört zu den Werkzeugen der technischen Analyse und läuft in einem eigenen Fenster unter dem Chart.
Wie der RSI gelesen wird

Werte über 70 gelten als überkauft, Werte unter 30 als überverkauft. Überkauft bedeutet, dass der Kurs in kurzer Zeit stark gestiegen ist. Überverkauft bedeutet das Gegenteil. Der mittlere Bereich um 50 zeigt an, dass Käufer und Verkäufer sich ungefähr die Waage halten.
Die Zeiteinheit entscheidet mit. Ein RSI von 75 im Stundenchart sagt etwas über die letzten 14 Stunden. Derselbe Wert im Wochenchart beschreibt ein Vierteljahr.
Ein Beispiel
Bitcoin steigt sieben Tage in Folge von 62.000 auf 79.000 Dollar. Der RSI im Tageschart klettert dabei von 48 auf 78. Der Indikator zeigt damit an, dass die Aufwärtsbewegung ungewöhnlich schnell war. Er sagt nichts darüber, wann sie endet.
Häufiges Missverständnis
Überkauft ist kein Verkaufssignal. In starken Trends kann der RSI wochenlang über 70 bleiben, ohne dass der Kurs dreht. Wer bei 70 grundsätzlich verkauft, steigt in jeder starken Bewegung zu früh aus.
Aussagekräftiger wird der RSI, wenn Kurs und Indikator auseinanderlaufen. Steigt der Kurs auf ein neues Hoch, während der RSI ein tieferes Hoch bildet, spricht man von einer Divergenz. Wie sich daraus ein Handelsansatz bauen lässt, steht im Beitrag zu den Trading-Strategien für Einsteiger.
Für wen das zählt
Der RSI ist für die meisten Einsteiger der erste Indikator, weil die Skala von 0 bis 100 sofort lesbar ist. Wer kurzfristig handelt, nutzt ihn im Stunden- oder Tageschart, um zu sehen, ob eine Bewegung bereits weit gelaufen ist. Für langfristige Anleger ist er weniger nützlich, weil er nur die jüngsten Kerzen bewertet und über den Wert eines Vermögenswerts nichts aussagt. In Chartanalysen und in Florians Videos taucht er regelmäßig auf, meist zusammen mit der Frage nach einer Divergenz.
