Bitcoin steht Anfang September bei rund 78.000 Dollar und hat seit dem Zwischenhoch bei gut 81.000 Dollar Ende August wieder abgegeben. Beginnt hier der nächste Aufwärtszyklus, oder läuft die Korrektur weiter?
Florian Sondershausen geht diese Frage in seinem aktuellen Marktupdate durch, mit den Kursmarken, die er dafür heranzieht, und einem Zyklusmodell, das für Ende September einen Wechsel nahelegt.
Das Video in Kürze
- Der Ribbon-Indikator als Trendfilter und was er derzeit anzeigt
- Das Zyklusmodell mit dem 28. September 2026 als möglichem Startpunkt
- Die Liquiditätszonen aus Heatmap und Bookmap, mit konkreten Kursmarken
- Das Makrobild aus DAX, S&P 500, Volatilitätsindex, Anleihen und Dollar
- Ethereum und die Gesamtmarktkapitalisierung als Gegenprobe
- Die Daytrading-Ebene mit Value Area, Point of Control und den nächsten Zielen
Der Ribbon-Indikator als Trendfilter
Florian arbeitet mit einem sogenannten Ribbon, einem Band aus mehreren gleitenden Durchschnitten. Liegt der Kurs darüber und färbt sich das Band grün, gilt der Markt als aufwärtsgerichtet. Schlägt es nach Rot um, wertet er das als Wechsel in die andere Richtung.
Der Zweck ist die Vereinfachung. Statt einzelne Kerzen zu deuten, liefert das Band eine grobe Richtung. Der bekannte Nachteil: Es läuft dem Kurs hinterher. Ein Wechsel der Farbe kommt erst, wenn ein Teil der Bewegung bereits gelaufen ist. Dieselbe Eigenschaft macht ihn als Bestätigungswerkzeug brauchbar, wie wir sie im Beitrag zum Bitcoin-Ausbruch beschrieben haben.

Im aktuellen Bild ist für ihn ein Punkt entscheidend: Die Wochenkerze der gesamten Kryptomarktkapitalisierung hat unterhalb des Ribbons geschlossen. Das wertet er als Signal gegen eine schnelle Fortsetzung nach oben.
Das Zyklusmodell und seine Grenzen
Der Teil des Videos, der die meisten Fragen aufwerfen dürfte, ist das Zyklusmodell. Florian arbeitet mit einem Chart, in dem er die Anfangs- und Endpunkte vergangener Marktphasen markiert hat, dazu die Halvings als eigene Linien.
Aus diesem Muster leitet er ab, dass der nächste Aufwärtszyklus Ende September 2026 beginnen könnte, konkret nennt er den 28. September. Das nächste Halving verortet er im April 2028, was der gängigen Schätzung entspricht: Das letzte fand im April 2024 statt, und die Abstände liegen bei rund vier Jahren.

Zyklusmodelle beruhen auf einer sehr kleinen Stichprobe. Bitcoin hat seit 2012 vier Halvings erlebt. Vier Beobachtungen sind zu wenig, um eine Gesetzmäßigkeit zu belegen. Was sich zeigt, ist ein Muster, das sich bisher wiederholt hat, mit deutlich unterschiedlichen Ausschlägen und unterschiedlicher Dauer.
Ein zweiter Punkt kommt hinzu. Der Markt hat sich seit dem letzten Zyklus strukturell verändert. Spot-ETFs in den USA, Unternehmen mit Bitcoin in der Bilanz und regulatorische Rahmen wie MiCA in Europa haben andere Käufergruppen ins Spiel gebracht als 2017 oder 2021. Ob ein Muster aus der Zeit davor unverändert weitergilt, ist offen.
Florian selbst formuliert es im Video vorsichtig: Auch wenn das Datum erreicht wird, heißt das für ihn nicht, dass der Markt sofort dreht.
Die Levels, auf die er schaut
Aus dem Video lassen sich mehrere Kursbereiche herauslesen. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand vom 3. September 2026.
Im aktuellen Bereich nennt er über die Bookmap-Daten die Marken 77.460, 77.600 und 77.766 Dollar. Bitcoin notiert direkt in dieser Spanne, das Tagestief lag bei rund 76.970 Dollar.
Darunter verweist er auf den Bereich um 67.000 Dollar als Punkt mit dem höchsten gehandelten Volumen. Im Wochenchart liest er dort 67.210 Dollar ab, im Stundenchart 67.034 Dollar. Ermittelt hat er ihn mit dem Fixed-Range-Werkzeug, das die Volumenverteilung für einen selbst gewählten Chartausschnitt berechnet statt für den gesamten sichtbaren Bereich. Wie sich daraus Point of Control und Value Area ergeben, steht ausführlich im Beitrag zum Volumenprofil im Bitcoin-Chart. Die 61.100 Dollar nennt er als Marke, die in der Vergangenheit mehrfach angenommen wurde.
Deutlich tiefer liegen die Kauforders, die er nach eigener Aussage weiterhin im Markt hat: 41.507, 35.433 und 29.360 Dollar. Im Video nennt er sie gerundet als 41.000, 35.000 und 29.000. Er begründet sie mit Erweiterungsniveaus aus vergangenen Bewegungen. Das sind keine Prognosen für die nächsten Wochen, sondern Aufträge für den Fall eines sehr tiefen Rücksetzers.

Wo die Liquidität liegt
Für die Zonen zwischen diesen Marken nutzt Florian die Liquidations-Heatmap und Bookmap-Daten. Beide zeigen, auf welchen Kursniveaus sich gehebelte Positionen und offene Aufträge ballen.
Der Mechanismus dahinter ist einfach: Wird eine gehebelte Position zwangsweise geschlossen, entsteht daraus selbst eine Order, die den Kurs weiter in dieselbe Richtung treibt und die nächste Position mitreißt. Deshalb wirken solche Zonen wie ein Magnet. Ausführlich haben wir das im Beitrag zum Bitcoin-Ausbruch hergeleitet.

Im Video nennt Florian dazu eine Reihenfolge, die er im Chart als LDT-Prinzip beschriftet hat: erst das Level, dann die Struktur, dann der Trigger. Ein Indikator liefert für ihn also nie den Grund für einen Einstieg, sondern nur den Zeitpunkt. Wie sich der passende Ausstieg dazu planen lässt, steht im Beitrag zum Stop-Loss.
Das Makrobild
Florian ordnet Bitcoin in das größere Marktumfeld ein. Die Beobachtungen aus dem Video lassen sich für den 2. und 3. September nachvollziehen:

| Markt | Stand Anfang September 2026 |
|---|---|
| DAX | 25.772 Punkte, minus 0,76 Prozent |
| S&P 500 | im Minus, breite Verkäufe |
| Volatilitätsindex VIX | über 9 Prozent im Plus |
| Zehnjährige US-Rendite | 4,79 Prozent (1. September) |
| US-Dollar-Index | fester, plus 0,28 Prozent |
Das Bild ist in sich stimmig: Steigende Renditen und ein festerer Dollar erhöhen die Anforderungen an alle Anlagen, die keine laufenden Erträge abwerfen. Ein steigender Volatilitätsindex zeigt zunehmende Nervosität. Für Bitcoin ist das kein förderliches Umfeld.
Florians Positionierung
Hinweis: Der folgende Abschnitt gibt die persönliche Markteinschätzung von Florian Sondershausen zum 3. September 2026 wieder. Er stellt keine Anlageberatung und keine Empfehlung dar.
Florian bezeichnet sich im Video als übergeordnet bärisch eingestellt und sagt, dass er in der laufenden Woche eher Short-Positionen plant. Für den kurzfristigen Handel hält er eine Gegenbewegung nach oben für möglich, die er als Gelegenheit für Einstiege in die Gegenrichtung beschreibt.
Eine Bedingung nennt er dabei ausdrücklich: Er würde seine Einschätzung ändern, sobald der Markt eine Bestätigung nach oben liefert.

Zu erzielten Ergebnissen macht er im Video zwei Angaben. Er berichtet von einem Gold-Trade aus dem Livestream vom Vortag, bei dem sich ein Konto von 2.000 Euro nach seiner Aussage annähernd verdreifacht habe, und von einer Position in einem Token auf der Robinhood Chain, die sich verdreifacht habe. Für diesen Token nennt er einen Anstieg von 323 Prozent.
Diese Angaben sind Einzelfälle und keine Aussage über zu erwartende Ergebnisse. Sie lassen sich von außen nicht überprüfen, weder die Höhe noch der Zeitraum noch das eingesetzte Risiko.
Was sich überprüfen lässt, ist der Hintergrund: Die Robinhood Chain ist ein auf Arbitrum aufsetzendes Layer-2-Netzwerk, dessen öffentliches Mainnet am 1. Juli 2026 gestartet ist. Darauf sind seither mehrere Launchpads entstanden, über die neue Token ausgegeben werden.
Wer dreistellige Kursanstiege in wenigen Tagen sieht, sollte die Gegenrichtung mitdenken. Token aus neuen Launchpads gehören zu den volatilsten Instrumenten am Markt, und mehr als die Hälfte aller je gelisteten Kryptowährungen existiert heute nicht mehr. Wie sich solche Projekte einordnen lassen, steht im Beitrag zu Altcoins.
Fazit
Bitcoin bewegt sich Anfang September in einer Spanne, in der sowohl das Volumenprofil als auch die Liquiditätsdaten Marken liefern. Das Makrobild aus steigenden Renditen, festerem Dollar und höherer Volatilität spricht derzeit nicht für Rückenwind.
Das Zyklusmodell legt für Ende September einen Wechsel nahe. Es bleibt ein Muster aus vier Zyklen und damit ein Anhaltspunkt, keine Vorhersage.
Was unabhängig vom Kursstand gilt: Wer mit Levels arbeitet, braucht sie vor dem Einstieg, nicht danach. Und wer eine Richtung erwartet, sollte die Bedingung benennen können, unter der er sie aufgibt.
Dieser Beitrag gibt die Einschätzung von Florian Sondershausen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Er ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf. Der Handel mit Kryptowährungen und gehebelten Produkten kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Kursangaben beziehen sich auf den 3. September 2026.
Häufige Fragen
Startet im September 2026 ein Bullrun bei Bitcoin?
Das Zyklusmodell aus dem Video legt für den 28. September einen Wechsel nahe. Es beruht auf vier Halvings seit 2012 und ist damit ein Anhaltspunkt, keine Vorhersage. Das Makrobild aus steigenden Renditen und festerem Dollar spricht Anfang September gegen eine schnelle Aufwärtsbewegung.
Was ist ein Ribbon-Indikator?
Ein Band aus mehreren gleitenden Durchschnitten, das die grobe Trendrichtung anzeigt. Liegt der Kurs darüber, gilt der Markt als aufwärtsgerichtet. Wie jeder gleitende Durchschnitt läuft er dem Kurs hinterher und meldet einen Wechsel erst, wenn ein Teil der Bewegung gelaufen ist.
Warum wirken Liquiditätszonen wie ein Magnet?
Weil eine Zwangsschließung selbst eine Order ist. Wird eine gehebelte Position zwangsweise geschlossen, entsteht daraus ein Kauf oder Verkauf, der den Kurs weiter in dieselbe Richtung bewegt und die nächste Position auslöst.
Wann ist das nächste Bitcoin-Halving?
Nach gängiger Schätzung im April 2028. Das letzte fand im April 2024 statt, die Abstände liegen bei rund vier Jahren, weil alle 210.000 Blöcke halbiert wird.
Wie verlässlich sind Zyklusmodelle bei Bitcoin?
Sie beruhen auf vier Halvings seit 2012. Das ist eine sehr kleine Stichprobe, und die Ausschläge fielen jeweils unterschiedlich aus. Dazu kommt, dass Spot-ETFs und regulatorische Rahmen den Markt verändert haben. Zyklusmodelle liefern einen Anhaltspunkt, keine Vorhersage.


