Bitcoin pendelt seit Tagen um 83.000 USD, der Wochenchart steht im überkauften Bereich. Florian Sondershausen hat am Montag, 12. Oktober 2026, seinen Long geschlossen und einen Short eröffnet. Das Ziel liegt am Point of Control der letzten Seitwärtsrange.
Wir zeigen, wie der Plan aufgebaut ist und warum das Chance-Risiko-Verhältnis davon abhängt, ob der Markt seitwärts läuft oder sich bewegt.
Das Video in Kürze
- Im Wochenchart steht Florians Oszillator im überkauften Bereich, Monatschart und Vierjahreszyklus sieht er dagegen bullisch.
- Den Long aus der Vorwoche hat er geschlossen und einen Short eröffnet, Ziel ist der Point of Control der letzten Seitwärtsrange.
- Er erklärt seine Faustregel: in der Seitwärtsphase ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1:1, beim Ausbruch und in der Bewegung 1:2.
- An Beispielen rechnet er vor, was ein Verhältnis von 1:1,1, 1:1,2 oder 1:2 für Einsatz und Ziel bedeutet.
- Zum Schluss setzt er live einen kurzen Long auf Zcash (ZEC) mit einem Verhältnis von rund 1:4,5.
Die Lage am 12. Oktober
Bitcoin hat sich nach dem Rücksetzer in der vergangenen Woche gefangen und bewegt sich seither in einer engen Spanne. Am Montagmittag, zur Zeit der Aufnahme, stand der Kurs bei rund 83.500 USD (Kursdaten von CoinGecko, Stand 12. Oktober 2026, 12 Uhr). Am Sonntag hatten wir an dieser Stelle noch einen kurzen Long bis zum Golden Pocket beschrieben, nachzulesen in der Bitcoin-Prognose vom 11. Oktober. Schon dort war das Warnsignal im Wochenchart das Thema. Einen Tag später zieht Florian die Konsequenz und wechselt die Seite.
Das Warnsignal im Wochenchart
Florians Oszillator zeigt im Wochenchart einen Wert von 89 und steht damit im roten, überkauften Bereich. Frühere Hochs in diesem Bereich hat der Indikator mit einem roten Punkt markiert, im Video der „Red Dot“. Danach ging der Kurs mehrmals deutlich zurück. Umgekehrt markiert ein grüner Punkt im überverkauften Bereich frühere Kaufgelegenheiten.

Ein sicheres Signal ist das nicht. Ein überkaufter Wochenchart sagt, dass die Aufwärtsbewegung weit gelaufen ist. Wann und wie tief ein Rücksetzer kommt, sagt er nicht. Dazu kommt: Monatschart und der Vierjahreszyklus, den Florian für Bitcoin verfolgt, zeigen in seiner Lesart weiter nach oben. Er ist deshalb nach eigener Aussage gemischt positioniert, mit Long und Short in unterschiedlichen Zeitfenstern.
Der Short: Ziel am Point of Control
Den Long, der seit dem Livestream am Dienstag lief, hat Florian geschlossen. Die Tendenz in den kurzen Zeitfenstern sieht er nun klar auf der Short-Seite. Der neue Short steht noch am Anfang, der Kurs ist erst wenig gefallen.
Das Ziel liegt am Point of Control der letzten Seitwärtsrange, also an dem Preis, zu dem dort das meiste Volumen gehandelt wurde. Solche Marken wirken oft wie ein Magnet, weil viele Marktteilnehmer dort Positionen eröffnet haben. Im Chart liegt die Zone zwischen rund 77.300 und 77.900 USD, gut 7 % unter dem Kurs zur Zeit des Videos. Nach Florians Angaben fällt sie zusätzlich mit einer Zone zusammen, die er an der gesamten Aufwärtsbewegung vom Tief bis zum Hoch misst und „Danger Zone“ nennt.

Das Chance-Risiko-Verhältnis dieses Trades liegt bei rund 1:2. Auf jeden Euro Risiko kommen also zwei Euro möglicher Gewinn. Warum gerade dieser Wert, erklärt Florian im wichtigsten Teil des Videos.
Seitwärtsphase oder Bewegung: das passende Chance-Risiko-Verhältnis
Bitcoin verbringt viel Zeit in Seitwärtsphasen. Der Kurs pendelt dann zwischen einer Ober- und einer Unterkante, ohne klare Richtung. Irgendwann bricht er aus und läuft in eine Bewegungsphase, bis sich auf einem neuen Niveau die nächste Range bildet. Wie man diese Abfolge im Chart erkennt, erklären wir im Beitrag zur Marktstruktur in der Chartanalyse.

Florians Faustregel richtet das Chance-Risiko-Verhältnis nach dieser Phase aus:
In der Seitwärtsphase 1:1. Die Kanten der Range sind nah beieinander. Wer an der Unterkante kauft, hat bis zur Oberkante nur begrenzt Platz. Ein großes Ziel würde voraussetzen, dass die Range bricht, und genau das ist in dieser Phase nicht der Normalfall.
Beim Ausbruch und in der Bewegung 1:2. Verlässt der Kurs die Range, ist mehr Strecke drin. Das Ziel darf dann doppelt so weit entfernt liegen wie der Stop-Loss. Der aktuelle Short gehört in diese Kategorie, weil Bitcoin die letzte Range bereits verlassen hat.
Wie viel ein Trader riskiert, legt er vor dem Einstieg fest. Florian rechnet im Video mit 1.000 USD Risiko: Bei 1:2 stehen dem 2.000 USD möglicher Gewinn gegenüber, bei 1:1,1 nur 1.100 USD. Legt man den Stop-Loss etwas großzügiger über eine Marke, wie er es im Video als Variante zeigt, sinkt das Verhältnis auf rund 1:1,2. Das kann richtig sein, wenn der Stop sonst zu nah am Kurs läge. Es verändert aber die Rechnung. Wo der Stop-Loss sinnvoll liegt, haben wir in Stop-Loss richtig setzen ausführlich beschrieben.
Der Punkt dahinter ist Risikomanagement. Es entscheidet, ob ein Trader nach einer Serie von Verlusten noch handeln kann. Warum so viele daran scheitern, steht in unserem Beitrag Warum verlieren Trader Geld?.
Ein Beispiel mit hohem Verhältnis: Zcash
Am Ende des Videos setzt Florian live einen kurzen Long auf Zcash (ZEC), eine Kryptowährung mit Fokus auf private Transaktionen. Der Kurs lag zur Aufnahme bei rund 1.311 USD (Zcash bei CoinGecko, Stand 12. Oktober 2026, 12 Uhr). Florian sieht im 24-Minuten-Chart einen Bruch nach oben und setzt das Ziel an das letzte Hoch.

Der Stop-Loss liegt rund 1,2 % unter dem Einstieg, das Ziel rund 5,4 % darüber. Das ergibt ein Verhältnis von etwa 1:4,5. Ein enger Stop macht solche Werte möglich. Er wird aber auch schneller erreicht, schon eine kleine Gegenbewegung beendet den Trade. Ob das Verhältnis gut ist, hängt deshalb davon ab, wie sauber die Marke unter dem Stop gewählt ist.
Fazit
Das Montagsupdate zeigt, wie ein Plan entsteht: Signal im großen Zeitfenster, Seitenwechsel in den kleinen, Ziel an einer Marke mit Volumen. Die Größe des Ziels folgt der Marktphase. In der Range genügt 1:1, nach dem Ausbruch darf es 1:2 sein.
Wer vor jedem Trade festlegt, wie viel er riskiert und wie weit das Ziel entfernt ist, kann einzelne Verluste verkraften. Das gilt unabhängig davon, ob Bitcoin den Point of Control erreicht.
Häufige Fragen zum Bitcoin-Short im Oktober 2026
Fällt Bitcoin jetzt auf 77.000 USD?
Eine verlässliche Prognose gibt es dafür nicht, und eine Empfehlung geben wir nicht. Die Zone um 77.300 bis 77.900 USD ist Florians Ziel für den Short, weil dort der Point of Control der letzten Range liegt. Vom Kurs am 12. Oktober 2026 aus sind das gut 7 %. Monatschart und Vierjahreszyklus sprechen in seiner Lesart weiter für Bitcoin.
Was ist der Point of Control?
Der Point of Control ist der Preis, zu dem in einem bestimmten Zeitraum das meiste Volumen gehandelt wurde. Er stammt aus dem Volumenprofil, das den Umsatz je Preisstufe zeigt. Viele Trader nutzen ihn als Ziel oder Unterstützung, weil der Kurs dorthin oft zurückkehrt.
Welches Chance-Risiko-Verhältnis ist gut?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Je höher das Verhältnis, desto seltener muss ein Trade aufgehen, desto weiter liegt aber auch das Ziel. Florians Faustregel lautet 1:1 in der Seitwärtsphase und 1:2 beim Ausbruch. Wichtiger als der Wert selbst ist, dass er vor dem Einstieg feststeht.
Warum hat Florian den Long geschlossen?
Der Long lief seit dem Livestream am Dienstag der Vorwoche. Mit dem überkauften Wochenchart und der Abwärtstendenz in den kurzen Zeitfenstern sah er die Wahrscheinlichkeit nun auf der Short-Seite und hat die Position aufgelöst.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die beschriebenen Szenarien geben die Einschätzung aus dem Video vom 12. Oktober 2026 wieder und sind keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf. Der Handel mit Kryptowährungen und gehebelten Produkten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.


