Beim Daytrading werden Positionen am selben Handelstag eröffnet und wieder geschlossen. Über Nacht bleibt nichts offen. Damit entfällt das Risiko, dass eine Nachricht außerhalb der Handelszeiten den Kurs springen lässt, bevor der Stop-Loss greifen kann.
Wie Daytrader arbeiten
Gehandelt wird überwiegend in kleinen Zeiteinheiten, typisch sind Kerzen von einer bis sechzig Minuten. Ein Daytrader macht selten einen Trade am Tag, häufiger sind mehrere. Die einzelnen Bewegungen sind klein, deshalb wird oft mit Hebel gearbeitet.
Die aktiven Phasen folgen den Börsenzeiten. Am stärksten bewegen sich die Märkte zur Eröffnung in London und New York sowie bei Konjunkturdaten. Dazwischen liegen Stunden, in denen kaum etwas passiert.
Was der Stil kostet
Viele Trades bedeuten viele Gebühren und viele Spreads. Was bei einer Position im Jahr kaum auffällt, summiert sich bei mehreren am Tag zu einem Betrag, den die Strategie erst einmal verdienen muss. Dazu kommt der Aufwand: Daytrading ist an die Handelszeiten gebunden und lässt sich neben einem Vollzeitjob kaum betreiben.
Ein Handelsmonat in Zahlen
Ob Daytrading sich rechnet, entscheidet sich an den Kosten, lange vor der Frage nach der besten Strategie. Ein Beispiel: Konto 10.000 Euro, 0,4 Prozent Risiko je Trade, also 40 Euro. Drei Trades am Tag an 20 Handelstagen ergeben 60 Trades im Monat. Kostet jeder Trade im Schnitt 4 Euro an Spread und Gebühren, sind das 240 Euro im Monat oder 2,4 Prozent des Kontos. Diesen Betrag muss die Strategie erst einmal verdienen, bevor ein Cent Gewinn bleibt.
Deshalb handeln erfahrene Daytrader wenige, ausgesuchte Setups und lassen den Rest des Tages verstreichen. Die Zahl der Trades ist eine Kostenposition, kein Leistungsnachweis.
Daytrading mit Krypto: was ist anders?
- Kein Handelsschluss. Der Markt läuft rund um die Uhr. Das Tagesende musst du selbst festlegen, sonst wird aus dem Daytrade still eine Position über Nacht.
- Aktive Phasen. Am meisten Bewegung gibt es während der US-Handelszeit, nach deutscher Zeit etwa von 15:30 bis 22 Uhr, und rund um US-Konjunkturdaten um 14:30 Uhr.
- Wochenenden. Gehandelt wird auch samstags und sonntags, allerdings mit wenig Umsatz. Ausbrüche in dieser Zeit halten seltener.
- Hebel. Kryptobörsen erlauben deutlich höhere Hebel als EU-Broker. Das Risiko je Trade bleibt trotzdem die Zahl, die zählt.
Wie werden Gewinne aus Daytrading besteuert?
In Deutschland hängt das vom Instrument ab. Gewinne aus Differenzkontrakten und Futures sind Kapitalerträge und fallen unter die Abgeltungsteuer. Gewinne aus dem direkten Kauf und Verkauf von Kryptowerten gelten bisher als private Veräußerungsgeschäfte und werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Wer am selben Tag kauft und verkauft, liegt dabei immer innerhalb der Haltefrist. Das ist eine Einordnung und keine Steuerberatung.
Häufiges Missverständnis
Daytrading gilt als der schnellste Weg zum Ergebnis. Tatsächlich ist es der anspruchsvollste Stil, weil Entscheidungen unter Zeitdruck fallen und wenig Raum zum Nachdenken bleibt. Genau dort entsteht Revenge-Trading, wenn ein Verlust sofort zurückgeholt werden soll. Wer gerade anfängt, lernt dieselben Mechanismen in größeren Zeiteinheiten ruhiger.
Für wen das zählt
Für Trader, die während der Handelszeiten tatsächlich verfügbar sind und ein Regelwerk haben, das sie auch unter Druck einhalten. Wer berufstätig ist oder nur abends Zeit hat, fährt mit Swing Trading besser.
Welcher Handelsstil zu deinem Alltag und deinem Kapital passt, vergleicht der Artikel Daytrading, Swing-Trading oder langfristig.
