Das Trading Glossar

Hedging

Geschrieben von
Stefan Lanser
Veröffentlicht
Juli 30, 2026

Das Wort Hedge kommt aus dem Englischen und heißt Hecke oder Absicherung. Im Trading beschreibt Hedging genau das: eine zusätzliche Position, die wie ein Schutzzaun um eine bestehende Position herum aufgebaut wird. Läuft der Markt gegen die ursprüngliche Position, fängt die Hedge-Position einen Teil des Verlusts auf.

Das Prinzip dahinter ist einfach. Statt eine Position bei drohendem Verlust einfach zu schließen, eröffnet der Trader eine zweite Position, die von genau der Bewegung profitiert, vor der er sich schützen will. Meist geschieht das über ein Gegenstück in die Short-Richtung, während die ursprüngliche Position long bleibt, oder über ein verwandtes Finanzprodukt wie ein Derivat.

Wie Hedging in der Praxis aussieht

Ein Aktien-Anleger, der kurzfristig einen Kursrutsch befürchtet, seine Position aber nicht komplett verkaufen will, kann sie über einen Put-Optionsschein oder ein Short-CFD auf denselben Wert absichern. Fällt der Kurs tatsächlich, gleicht der Gewinn aus der Absicherung einen Teil des Verlusts der ursprünglichen Position aus. Steigt der Kurs stattdessen weiter, kostet die Absicherung Geld, meist über Gebühren oder eine kleine laufende Prämie, dafür bleibt die ursprüngliche Position vom Kursgewinn unangetastet.

Wofür Hedging sich lohnt, und wofür nicht

Hedging kostet fast immer etwas, sei es über Gebühren, Spreads oder entgangene Gewinne, wenn sich der Markt doch in die gewünschte Richtung bewegt. Es ist deshalb kein Werkzeug für den Alltag jedes einzelnen Trades. Es eignet sich eher für konkrete Risikosituationen: etwa eine große, langfristige Position vor einem unsicheren Ereignis wie einer Zinsentscheidung, oder ein Portfolio, das kurzfristig nicht angetastet werden soll. Wer bei jedem Trade zusätzlich hedgt, zahlt am Ende oft mehr an Kosten, als er an Risiko einspart.

Häufiges Missverständnis

Hedging wird oft mit einer Garantie gegen Verluste verwechselt. Das ist es nicht. Eine Absicherung reduziert das Risiko, beseitigt es aber nicht vollständig, und sie kostet in der Regel etwas, egal wie sich der Markt entwickelt. Wer sich vollständig gegen jedes Risiko absichern will, gibt damit meist auch fast die gesamte Gewinnchance auf. Am Ende bleibt Hedging ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Chance, kein Freifahrtschein.

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