Der S&P 500 hat ein neues Rekordhoch erreicht, Bitcoin ist kurz unter seine Handelsspanne gefallen, und Ethereum hat fast 7 Prozent verloren. Dahinter steht ein Ölpreis über 100 USD, der die Inflation antreibt und die Zinsen hoch hält. Am Mittwoch zeigen die US-Verbraucherpreise, wie weit das schon bei den Preisen angekommen ist.
Zu faul zum Lesen? Die Kernpunkte auf einen Blick
- Das Öl bleibt das größte Risiko. Die Spannungen am Golf halten Brent über 100 USD, und das treibt die Inflation weltweit
- Die Versteigerung zehnjähriger US-Anleihen ging ohne Käuferstreik durch. Die Rendite fiel danach sogar leicht
- Die US-Notenbank hält eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich, im Oktober aber nicht für nötig
- Die US-Verbraucher sind so pessimistisch wie seit fünf Monaten nicht mehr, und PepsiCo bestätigt das mit einem gesenkten Ausblick
- Bitcoin ist kurz unter seine Spanne gefallen und zurückgekommen. Ethereum und die meisten Altcoins verloren deutlich mehr
- Die Krypto-Haltefrist bleibt vorerst, eine Entwarnung ist das aber nicht
- Diese Woche entscheiden Inflation und Banken, dazu TSMC als Gradmesser für den KI-Ausbau
Wie lief die Woche?
Das Öl hat die Woche bestimmt. Wegen der Spannungen zwischen dem Iran, den USA und den Golfstaaten stieg Brent um 2,4 Prozent auf 104,72 USD je Barrel. Teure Energie treibt die Inflation und hält die Anleihezinsen weltweit nahe dem höchsten Stand seit Jahrzehnten.
Bei der Versteigerung zehnjähriger US-Anleihen am Mittwoch blieb der befürchtete Käuferstreik aus. Die Rendite stieg an diesem Tag auf 5,36 Prozent, fiel danach aber wieder auf 5,24 Prozent. Bei den Hypotheken kommt das nicht an: Ein 30-jähriges Darlehen kostet inzwischen 7,40 Prozent Zins, Anfang August waren es 6,69 Prozent.
Das Protokoll der Septembersitzung zeigte keine gespaltene Notenbank. Die Erhöhung im September war einstimmig, und die Mehrheit hält einen weiteren Schritt bis Jahresende für wahrscheinlich, nur nicht im Oktober. Auf der Wettplattform Polymarket setzen 84 Prozent auf unveränderte Zinsen am 28. Oktober.

Beim Verbraucher wird es eng. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan fiel auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten, die Inflationserwartungen stiegen. PepsiCo senkte seinen Gewinnausblick und rechnet damit, dass die Kunden in Nordamerika noch 12 bis 18 Monate unter Druck bleiben.
An der Börse war davon wenig zu sehen. Der S&P 500 erreichte am Dienstag ein Rekordhoch und schloss die Woche 1,15 Prozent höher bei 7.811 Punkten. Der DAX verlor 0,57 Prozent, Gold stieg um 1,3 Prozent auf 4.216 USD.
Krypto: Fehlausbruch nach unten
Bitcoin verlor 3,2 Prozent und steht bei rund 83.700 USD. Die Handelsspanne der Woche: Hoch 86.972 USD am Montag, Tief 80.337 USD am Donnerstag. Damit fiel Bitcoin kurz unter die Spanne von 82.510 bis 87.249 USD aus der Vorwoche und kam bis zum Wochenende zurück. Wie man so einen Fehlausbruch erkennt, steht im Beitrag vom Freitag, Flos Einschätzung in der Bitcoin-Prognose für Oktober.
Den Druck brachte der Mittwoch, als Öl und Renditen gleichzeitig stiegen: Aus den Bitcoin-Fonds an der Börse (ETF) flossen an diesem Tag 484,9 Mio. USD ab. Ethereum traf es mit minus 6,8 Prozent härter. Die lange Schlange von rund 786.000 ETH, die aus dem Staking, der Hinterlegung gegen Belohnung, abgezogen werden, stammt größtenteils von MetaMask, das seine Ether bei Lido umschichtet. Ein Massenausstieg ist das nicht.
Top-Themen der Woche
Die Krypto-Haltefrist bleibt vorerst. Der Bundestag hat am Donnerstag mit 132 zu 445 Stimmen den Entwurf der Grünen abgelehnt, der Kryptogewinne unabhängig von der Haltedauer besteuern wollte. Entwarnung ist das nicht, weil das Finanzministerium an einer eigenen Reform für neue Bestände arbeitet. Was das für das eigene Depot heißt, steht im Beitrag zur Abstimmung.
Moody’s stuft Sky als hohes Kreditrisiko ein. Die Ratingagentur gab dem Protokoll hinter USDS, dem drittgrößten Dollar-Stablecoin, die Note B3. Das betrifft das Risiko gegenüber Geschäftspartnern, nicht die Frage, ob USDS seinen Dollarwert hält. Der Token SKY verlor trotzdem 13,3 Prozent.
Top-Mover Krypto

Quantensicherheit war das Thema der Woche, zwei der drei größten Gewinner unter den Top 100 hängen daran.
Starknet (STRK) plus 107,3 Prozent. Starknet läuft bisher als Zusatznetz auf Ethereum. Das Projekt prüft, eine eigenständige Blockchain zu werden, um schneller Schutz gegen künftige Quantencomputer einbauen zu können. Ziel ist 2027, entschieden ist nichts. Am Donnerstag werden rund 127 Mio. STRK freigegeben, also neues Angebot direkt nach der Kursverdopplung.
Bitway (BTW) plus 40,3 Prozent. Bitway ist seit dieser Woche an die dezentrale Börse GateDEX angebunden, die mit 7,5 Prozent Zins und 20.000 USDT Preisgeld lockt. Der Kurs steht damit nahe seinem Rekordhoch.
NEAR plus 20,4 Prozent. Analysten hoben hervor, dass NEAR als eine der ersten großen Blockchains schon seit Juli quantensichere Signaturen für Konten anbietet. Dazu stieg das in NEAR-Anwendungen hinterlegte Kapital binnen einer Woche um rund 10 Prozent auf 238 Mio. USD.
Auf der Verliererseite stehen Sky nach dem Moody’s-Rating, Uniswap mit minus 13,1 Prozent und Mantle mit minus 12,8 Prozent.
Was diese Woche ansteht

Dienstag: Die großen US-Banken eröffnen die Berichtssaison, und der Internationale Währungsfonds legt in Bangkok seinen neuen Weltwirtschaftsausblick vor.
Mittwoch: die US-Verbraucherpreise. Erwartet wird eine Jahresrate von 3,6 Prozent nach 3,4 Prozent, vor allem wegen der Energie. Ohne Energie und Lebensmittel sollen die Preise nur um 0,2 Prozent zum Vormonat steigen. Auf diesen Abstand kommt es an. Steigt nur die Energie, kann die Notenbank im Oktober stillhalten. Zieht auch die Kernrate an, rückt die nächste Erhöhung näher, und das drückt auf Aktien und Krypto.
Donnerstag: Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze. Der Einzelhandel zeigt, ob die schlechte Stimmung der Verbraucher schon bei den Ausgaben ankommt.
Freitag: Fed-Chef Warsh spricht in Bangkok, und die Eurozone bestätigt voraussichtlich ihre Inflation von 3,8 Prozent.
Earnings der Woche

JPMorgan am Dienstag. Wichtiger als der Gewinn sind die Rückstellungen für faule Kredite: Steigen sie, kommen die hohen Zinsen bei den Schuldnern an.
ASML am Mittwoch und TSMC am Donnerstag. ASML baut die Maschinen, mit denen Chips hergestellt werden, TSMC fertigt die Chips für Nvidia, Apple und viele andere. Zusammen zeigen beide, ob der KI-Ausbau bei Zinsen über 5 Prozent weiterläuft. Die Rekorde an der Wall Street hängen zu einem großen Teil daran.
Daneben berichten unter anderem UnitedHealth, Bank of America, Morgan Stanley und BlackRock.
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Hinweis: Das Titelbild dieses Beitrags wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt.


